Ein Radar auf Basis von Red Pitaya klingt nach einem Projekt, das ein ernsthaftes Laborbudget erfordert – doch dieser Elektor-TV-Beitrag zeigt, warum rekonfigurierbare Testhardware so interessant ist. Im Clip erläutert Miha Gjura, Field Application Engineer bei Red Pitaya, wie die Plattform in Bildung, Forschung und Industrie eingesetzt wird – einschließlich eines Studentenprojekts, bei dem daraus ein funktionierendes Radar wurde. Wer tiefer einsteigen möchte: Elektor hat auch das praxisorientierte Buch zum Red Pitaya STEMlab Gen 2 vorgestellt.

Der Red-Pitaya-Radar-Clip


Das Schöne an diesem Beispiel ist, dass es nicht einfach eine weitere „Schaut her, ein Board kann ein Oszilloskop sein!"-Demo ist. Das Radarbeispiel trifft eher den eigentlichen Grund, warum Ingenieure und Studierende zu programmierbaren Messplattformen greifen: Man beginnt mit herkömmlichen Instrumenten und wechselt dann zu benutzerdefinierter Signalerfassung, -verarbeitung und -steuerung, sobald die vordefinierten Werkzeuge nicht mehr ausreichen. Die gezeigte Innovationskraft und Initiative verdienen echte Anerkennung!

Rekonfigurierbare Instrumente

Der Charme von Red Pitaya liegt darin, dass analoge Ein-/Ausgänge, ein FPGA, Verarbeitungseinheit und softwaredefinierten Instrumentierung auf einer kompakten Plattform vereint sind. Die veröffentlichte Hardwaredokumentation zum STEMlab 125-14 PRO Gen 2 beschreibt ein Zynq-basiertes System mit 14-Bit-ADC- und DAC-Kanälen bei 125 MS/s sowie digitalen Ein-/Ausgängen und gängigen eingebetteten Schnittstellen. Praktisch bedeutet das: Dasselbe Board kann als Oszilloskop oder Signalgenerator auf der Werkbank stehen und anschließend Teil eines spezialisierten Experiments werden.

Ein Radarprojekt zwingt Studierende dazu, sich mit Timing, Abtastung, HF-Verhalten, Signalverarbeitung und der Interpretation von Ergebnissen auseinanderzusetzen. Es kann genau so unübersichtlich sein, wie es wirklichen Ingenieurleben oft der Fall ist. Man drückt nicht einfach einen Knopf und liest einen Wert ab – man muss verstehen, was das System tut und warum das Ergebnis Sinn ergibt.

Vom Klassenprojekt zur ingenieurmäßigen Denkweise

Moderne Test- und Messwerkzeuge verwischen zunehmend die Grenze zwischen Instrument, Entwicklungs-Board und Experimentierplattform. Ein Student kann mit einem geführten Aufbau beginnen und dennoch mit Konzepten arbeiten, die zur HF-Technik, zu Embedded-Systemen, DSP und FPGA-Entwicklung gehören.

Mihas Anekdote zeigt die Plattform aus der Perspektive „Was kann ich damit tatsächlich bauen?“, was oft nützlicher ist als ein reines Datenblatt. Und ja, ein von Studenten gebautes Radar, das tatsächlich funktioniert, ist immer noch eine ziemlich gute Möglichkeit, Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Sie können die vollständige Aufzeichnung des Livestreams hier ansehen.

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