M5Stack auf der embedded world: ESP32, LoRa und KI
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M5Stack gab auf der embedded world 2026 Elektor einen nützlichen Einblick, wie sich die modulare IoT-Entwicklungsplattform des Unternehmens von stapelbaren ESP32-Controllern zu einer breiteren Palette von Prototyping- und Deployment-Werkzeugen entwickelt hat. Allen Chao, Director of Sales and Marketing bei M5Stack, führte durch das bekannte stapelbare 5×5-cm-Konzept, die Stick- und Core-Familien, Home-Assistant- und lokale KI-Demos, LoRa-Kommunikationsaufbauten, industrielle Bedienpanels, den ESP32-P4-basierten Core P4 sowie ein KI-Beschleunigermodul für Raspberry Pi.
M5Stack auf der embedded world 2026
Elektor hat den M5Stack-ESP32-Ansatz bereits früher behandelt: M5Stack verkauft nicht nur kleine Maker-Boards; das Unternehmen versucht vielmehr, modulare Embedded-Systeme näher an fertige Produkte heranzubringen.Stapelbare ESP32-Hardware, aber größer
Der Ansatz beginnt einfach: Man startet mit einem kompakten Controller, der bereits über ein Display, Tasten, Akku, Sensoren und Erweiterungsanschlüsse verfügt, und ergänzt anschließend Module, statt alles aus einzelnen Boards und Jumper-Kabeln aufzubauen. Im Interview sagt Allen, dass M5Stack inzwischen rund 400 SKUs anbietet, darunter mehr als 200 Sensor-SKUs, und dabei einen schnellen „Friday Release“-Rhythmus beibehält. Der Wert liegt nicht nur im ESP32-Modul selbst, sondern auch im Sortiment kompatibler Displays, Sensormodule, LoRa-Module, Industrie-Basen und Gehäuse darum herum.
Die Demo zeigt außerdem, wie breit die Produktfamilie inzwischen geworden ist. Die Home-Assistant-Demo kombiniert ESP32-basierte Sensor- und Display-Hardware mit lokaler Steuerung. Die gezeigte KI-Box führt Aufgaben wie Bild-, Objekt- und Gestenerkennung lokal aus, was genau die richtige Richtung für Smart-Home- und Industrieüberwachungsprojekte ist, die nicht für jede Entscheidung von einer Verbindung zu einem Cloud-Dienst abhängig sein sollten. Der Schwerpunkt liegt eher auf Praxis als auf Magie: genügend Rechenleistung nahe am Sensor bereitstellen, die Benutzeroberfläche sichtbar halten und das System einfach montierbar machen.
LoRa, Industrie-Panels und Edge-KI
Die Funkdemos sind ein gutes Beispiel für den modularen Stil von M5Stack. Eine Gruppe von Boards kommuniziert über LoRa, darunter Sensorknoten und ein zentrales Panel, wobei die Daten lokal angezeigt und über die Verbindung übertragen werden. Am Stand wurden außerdem das gemeinsam mit M5Stack entwickelte Arduino Nesso N1 gezeigt sowie LoRa-fähige Module wie das Unit C6L. Diese Komponenten folgen derselben Grundidee: zuerst ein kleines Netzwerk aufbauen und daraus anschließend etwas Nützliches für Fernüberwachung, Automatisierung oder netzunabhängige Telemetrie gestalten.
Im industriellen Bereich zeigte M5Stack Panel-Hardware mit digitalen Ein- und Ausgängen, Stromversorgungs- und PoE-ähnlichen Modulen sowie stapelbaren Erweiterungen. Genau dort wird die Frage „Spielzeug oder Werkzeug?“ interessant. Die Hardware ist zugänglich genug für Maker, aber Formfaktor, Display, modulares I/O und der ODM-Ansatz machen sie auch für leichte Industriesteuerungen, Testaufbauten, Umweltüberwachung und schnelle Mensch-Maschine-Schnittstellen relevant. Sie ersetzt nicht jeden SPS-Schaltschrank auf der Welt. Aber sie bildet einen interessanten Mittelweg zwischen einem nackten Entwicklungs-Board und einem fertigen Controller.
Der M5Stack-Stand unterstrich außerdem die wachsende Bedeutung von Edge-KI. Der im Video gezeigte Raspberry-Pi-Beschleuniger gehört zur selben Familie wie das AI-8850 LLM Accelerator M.2 Kit von M5Stack, das über eine M.2-Karte und einen Pi-HAT-Adapter einen 24-TOPS-Beschleuniger für Raspberry Pi 5 bereitstellt. Zusammen mit ESP32-P4-basierten Controllern wie dem Tab5-IoT-Terminal richtet sich M5Stack an Entwickler, die kompakte Hardware für Sensorik, Benutzeroberfläche, Konnektivität und lokale Intelligenz nutzen möchten, ohne den gesamten Stack von Grund auf neu entwickeln zu müssen.

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