Rapid Prototyping zog sich wie ein roter Faden beim Besuch von Elektor beim DigiKey-Auftritt auf der embedded world 2026, bei dem Redakteur Brian Tristram Williams David Sandys, Senior Director Technical Marketing, zu praxisnahen Engineering-Demos befragte. Im Rahmen von der umfassenden embedded-world-2026-Berichterstattung von Elektor zeigte das Gespräch, wie Entwicklungsboards, Sensoren, Robotik, Messwerkzeuge, KI-Hardware und Connector-Ökosysteme die Art und Weise verändern, wie Ingenieure von der Idee zum funktionierenden Prototyp gelangen.

Rapid Prototyping am DigiKey-Stand

Die erste Demo drehte sich um die Experiential Robotics Platform (XRP), eine kleine Robotikplattform, die gemeinsam mit Partnern wie Raspberry Pi, SparkFun, FIRST Robotics und WPI entwickelt wird. Sandys nutzte einen Red Pitaya als digitales Oszilloskop, um zu zeigen, was elektrisch passiert, wenn der Sensor des XRP abgedeckt wird. Statt nur zu sehen, wie ein Roboter reagiert, können Schüler und Studierende die Spannungspegel und Rechteckwellenformen hinter dieser Reaktion beobachten.
 

DigiKey-Stand-Demo mit einer XRP-Robotikplattform, die für Live-Signalmessungen mit einem Red Pitaya verbunden ist – embedded world 2026.
DigiKey nutzte Red Pitaya, um die realen elektrischen Signale der XRP-Robotikplattform sichtbar zu machen.

Das in der Demo verwendete Board wurde von DigiKeys Applications-Engineering-Team entwickelt – was den übergeordneten Punkt unterstreicht, den Sandys zum XRP machte. Einfache Robotik-Kits sind oft nützlich, enden aber häufig beim Zusammenbau und einfachen Programmieren. Der XRP wurde so konzipiert, dass er erweiterbar ist, was Lehrkräften und Makern einen besseren Einstieg von der Schulrobotik in die echte Hardware-Untersuchung ermöglicht. Die Kombination mit Red Pitaya verbindet Robotik zudem mit Test- und Messtechnik, anstatt diese als getrennte Bereiche zu behandeln.

Rapid Prototyping mit KI, FPGA und Connector-Ökosystemen

Der Rundgang führte dann zu einem Altera-DE25-Board von Terasic, bei dem die Bildverarbeitung direkt im FPGA erfolgte – ohne Linux, ohne Bootzeit. Anschließend zeigte Sandys eine Demo mit dem STM32N6 zur Handgestenerkennung. In diesem Setup wurden Gesten wie "Daumen hoch", Zahlzeichen und eine Pinch-Geste verwendet, um einfache Spiele auszuwählen und zu steuern – ein kompaktes Beispiel für Edge-KI als echte Interface-Technik.

Auch Arduino war Thema des Gesprächs. Sandys zeigte den UNO Q und dem neueren VENTUNO Q und hob Merkmale wie einen M.2-Connector, ein Raspberry-Pi-Interface, drei Kameramodulanschlüsse und ein Qualcomm-SOM mit 40 TOPS hervor. Eine Demo nutzte das Board zur direkten Personenerkennung, eine weitere kombinierte den UNO Q mit Machine-Chat zur lokalen Datenaggregation und -visualisierung.

Arduino-VENTUNO-Q-Demo-Board mit Kameraanschlüssen, Qualcomm-SOM und einem Arduino-UNO-Q-Modul am DigiKey-Stand auf der embedded world 2026.
DigiKey präsentierte Arduinos VENTUNO-Q-Plattform (rechts) als Teil seiner Rapid-Prototyping-Demos auf der embedded world 2026.


Dass die Daten angezeigt werden, ist praktisch – entscheidend ist jedoch, dass sie lokal verbleiben. Das ist bedeutsam für Anwender, die nicht jeden Temperaturwert oder Sensor-Datenstrom an AWS oder eine andere Cloud-Plattform senden möchten und keine dauerhafte Internetverbindung benötigen.

Sandys beschrieb auch den Wandel von Einzelkomponenten hin zu vollständigen Ökosystemen. Komponenten bleiben DigiKeys Kerngeschäft, doch Ingenieure bauen Rapid Prototypes zunehmend rund um QWIIC-, STEMMA-, Grove- und MikroElektronika-Click-Connectoren. Sandys betonte, dass das, was früher in Tagen gemessen wurde, heute oft in Stunden erledigt ist. Schüler, Maker oder Ingenieure können Boards und Module bestellen, diese ohne vollständigen Interface-Entwurf verbinden und deutlich schneller zu einem funktionierenden Proof of Concept gelangen.

Vom Beagle Zepto zum Thread-Netzwerk

Das Beagle-Ökosystem kam mehrmals zur Sprache. Sandys zeigte das BeagleBadge und hob den Beagle Zepto hervor – ein rund ein US-Dollar teures, auf dem TI MSPM0 basierendes Board mit RGB-LED und MikroElektronika-Click-Connector-Unterstützung. Er wies auch darauf hin, dass der Zepto über einen QWIIC-Connector von einer anderen Beagle-Plattform versorgt werden kann – genau das kleine Hardware-Detail, das zählt, wenn es darum geht, schnell zu bauen.

Die verspielteste Demo nutzte den XRP als Grundlage für ein KI-gegen-KI-Schachspiel. Zwei SparkFun-Motortreiber und zwei Schrittmotoren bewegten die Figuren, die ihrerseits aus elektronischen Bauteilen bestanden: Potentiometer als Bauern, Sicherungen und Kondensatoren an anderer Stelle, MOSFETs (metal–oxide–semiconductor field-effect transistor) und Transistoren als Damen sowie große Kondensatoren mit einem 555-Timer als Krone des Königs. Es ist eine Standdemo – aber zugleich eine anschauliche Erklärung modularen Designs: Mechanik, Steuerung, Software, Motoren und Elektronik müssen zusammenspielen, damit der Effekt funktioniert.

Die abschließende Demo bündelte mehrere Hersteller in einem System. Eine NXP-Freedom-Plattform fungierte als Thread-Router, ein Microchip-Curiosity-Board steuerte Motor und Lüfter, eine weitere Freedom-Plattform agierte als Thread-Device, und ein STM32-Board trat demselben Netzwerk bei – koordiniert durch Home Assistant.

Kunden bauen selten alles rund um den Silicon-Anbieter eines einzigen Herstellers auf. Sie wählen die passende Technologie für jeden Teil der Anwendung, und die eigentliche Herausforderung besteht häufig darin, diese Teile zum Zusammenarbeiten zu bringen. Beim modernen Rapid Prototyping ist genau diese Integrationsschicht der Ort, an dem heute der Großteil der eigentlichen Ingenieurarbeit stattfindet.

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