Schnellste Drohne der Welt holt Guinness-Rekord mit 657,59 km/h zurück
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Der südafrikanische Konstrukteur Luke Bell (gemeinsam mit seinem Vater, Mike) steht wieder an der Spitze: Sein Peregreen V4 hat den Guinness-Titel für die schnellste Drohne der Welt zurückerobert und wurde am 11. Dezember 2025 in Kapstadt offiziell mit 657,59 km/h (408,60 mph) gemessen.
Die Rückkehr: Peregreen V4 im Video
Bells Video ist ein seltener Genuss: Es geht nicht nur um „Sehen Sie, wie schnell“, sondern auch um Abwägungen, gescheiterte Ideen und jene unspektakuläre Testarbeit, die extreme Leistung wiederholbar macht. Es liefert außerdem den Kontext, wie der Rekord zuletzt den Besitzer wechselte – einschließlich der Zeit, in der der australische Luft- und Raumfahrtingenieur Benjamin Biggs den Titel hielt, bevor der V4 startete.
Was Guinness tatsächlich registriert hat
Die Rekordkategorie lautet „Höchste Geschwindigkeit am Boden für einen batteriebetriebenen ferngesteuerten (RC) Quadrocopter“, und der offizielle Rekordeintrag listet die erreichte Geschwindigkeit, den Ort und das Datum auf. Die Schlagzeile zählt, aber ebenso die Methodik: Geschwindigkeitsversuche werden typischerweise als Mittelwert aus Läufen in entgegengesetzte Richtungen berechnet, um Windvorteile zu minimieren, sodass das Fluggerät konstant abliefern muss und nicht nur einen einzelnen Rückenwind-Peak zeigt. Die aktuellen Rekorddetails können Sie im offiziellen Rekordeintrag nachlesen.
Ingenieurlektionen in einem viralen Speed-Video
Bei diesen Geschwindigkeiten dominiert der Luftwiderstand. Kleine Formänderungen, Oberflächenfinish und hervorstehende Teile, die bei einem normalen FPV-Aufbau irrelevant sind, werden zu entscheidenden Konstruktionsfaktoren. Bell beschrieb die Nutzung von CFD-Tools zur Optimierung der Außenhülle und anschließend das physische Schleifen, Polieren und Verfeinern der Oberflächen zur Verringerung des Luftwiderstands. Diese Kombination aus Simulation und Werkstattpraxis ist jedem vertraut, der je ein Gehäuse, einen Kanal oder einen Kühlkörper für reale Leistung abgestimmt hat.
Die Arbeit am Antrieb ist genauso wenig glamourös. In der Berichterstattung zum Projekt sieht man Bell, wie er einen Schub-Teststand mit Dehnungsmessstreifen und einem Arduino-basierten Datenaufbau baut, um Motoroptionen unter wiederholbaren Bedingungen zu vergleichen – und mit einer Wärmebildkamera die Erwärmung bei den Läufen im Blick behält. Wenn Sie Schub, Strom, Temperatur und Vibration nicht in einem kontrollierten Aufbau messen können, raten Sie nur. Einen guten Überblick über diese Seite des Baus bietet eine detaillierte Bauanalyse.
Der andere Lerneffekt ist Systemengineering. Ein Speedrun ist ein kurzer, brutaler Lastzyklus, der Akkus, ESCs, Verkabelung, Verschraubungen und Sensorfusion auf einmal fordert. Einen Quadrocopter bei Hunderten von Kilometern pro Stunde stabil zu halten, geht weniger über „mehr Leistung“ als vielmehr über Sicherheitsreserven: Mechanische Steifigkeit, saubere Sensordaten, zuverlässiges Logging und eine Flugregler-Konfiguration, die nicht zuckt, wenn sich das Fluggerät wie eine kleine Rakete verhält.
Wenn Sie mehr Inhalte zu Drohnen statt Spielzeug suchen, finden Sie im Elektor-Archiv zahlreiche Bauprojekte und Experimente im Drohnen-Projekte-Archiv.
Mehr als nur Prahlerei
Rekorde machen Spaß, aber das Nützliche ist der Arbeitsprozess: Schnelle Iteration durch moderne Fertigung (inklusive 3D-Druck), CFD-gestützte Geometrieanpassung, instrumentierte Tests am Prüfstand und disziplinierte Validierungsdurchläufe. Genau diese Werkzeuge skalieren hervorragend auf alltägliche Ingenieursaufgaben – vom optimierten Lüfterkanal bis zur Verifikation einer Motor-Propeller-Kombination für einen Outdoor-Roboter.

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