Was lässt sich mit zwei Transistoren, einer Handvoll Spulen und einem soliden Verständnis der HF-Grundlagen erreichen? Eine ganze Menge, wie Burkhard Kainka 2005 mit einem Kurzwellen-Konverterprojekt zeigte. Die Schaltung ist ein Meisterstück minimalistischen Radiodesigns und nutzt grundlegende Frequenzumsetzungstechniken, um die Möglichkeiten eines gewöhnlichen Mittelwellenempfängers zu erweitern.

Die Schaltung

Auf den ersten Blick wirkt die Schaltung fast täuschend einfach. Aufgebaut um zwei BC548C-Transistoren, einige Spulen und passive Bauelemente, ermöglicht der Konverter einem gewöhnlichen Mittelwellenempfänger den Empfang von Signalen aus dem 49-m-Kurzwellenband. Das Prinzip ist klassische Funktechnik: Ein Lokaloszillator, der mit etwa 4,4 MHz arbeitet, mischt eingehende Kurzwellensignale um 6 MHz und setzt sie auf rund 1,6 MHz um, wo ein herkömmliches MW-Radio sie empfangen kann.
 
Kurzwellen-Konverter 2005 Elektor
Der Entwurf verwendet zwei BC548C-Transistoren, einige Spulen und passive Bauelemente. 
Die gesamte Schaltung nimmt weniger als 1 mA auf
„Am oberen Ende des Mittelwellenbands wählt man eine freie Frequenz, die man für den Empfang der umgesetzten Kurzwellensignale nutzen möchte", erklärte Kainka. „Gute Empfangsergebnisse lassen sich mit einer Drahtantenne von einem bis zwei Metern Länge erzielen."

Was diesen Entwurf auch heute noch besonders interessant macht, ist nicht seine Leistung im Vergleich zu modernen SDRs oder synthetisierten Empfängern. Es ist vielmehr die Qualität der Lösung. Kainka zeigte, wie Frequenzumsetzung, Schwingungserzeugung, Abstimmung und Mischung mit minimalem Hardwareaufwand und ohne integrierte Schaltkreise realisiert werden können. Die Schaltung verwendet sogar LEDs als spannungsabhängige Kondensatoren – eine unkonventionelle Technik, die den kreativen Experimentierstil vieler Selbstbaufunkkonstruktionen widerspiegelt.

Projekte wie dieses bieten heute eine wertvolle Gelegenheit, HF-Grundlagen zu erkunden, die in modernen Geräten oft hinter komplexer Hardware verborgen bleiben. Konzepte wie Überlagerungsempfang, Schwingkreise, Oszillatorstabilität und Impedanzverhalten werden greifbar, wenn man sie mit diskreten Bauelementen aufbaut.

Die meisten Mitglieder der Elektor-Community würden einen solchen Konverter wohl nicht als ihren primären Kurzwellenempfänger bauen. Als Lehrprojekt, als historische Designstudie und als Erinnerung an den Einfallsreichtum, der die Amateurfunkexperimentierkultur auszeichnet, ist er jedoch genauso faszinierend wie vor zwei Jahrzehnten.

Das Kurzwellen-Konverterprojekt

Der Originalartikel „Short-Wave Converter" erschien in der Elektor-Ausgabe Juli/August 2005. Hier geht es zum Artikel.
Anmerkung der Redaktion: Der Artikel erschien erstmals in einer Elektor-Ausgabe aus dem Jahr 2005. Da das Projekt über zwei Jahrzehnte alt ist, sind einige Teile und Bauteile möglicherweise nicht mehr erhältlich. Dennoch sind wir überzeugt, dass das Projekt als Inspiration für einen neuen Entwurf dienen kann.
 
Elektor Newsletter 42026 (1)