Das RP2350B-Entwicklungsboard Bells&Whistles vereint einen RP2350B-Zielprozessor, einen integrierten RP2040-basierten Debugger, einen HDMI-Anschluss und einen microSD-Kartensteckplatz auf einer Open-Hardware-Platine. CNX Software berichtete über das Board, und die veröffentlichten Hardware-Dateien machen es zu mehr als einem stimmigen Einzelstück.

Was das RP2350B-Entwicklungsboard vereint

Im Mittelpunkt steht Raspberry Pis RP2350B, die größere QFN-80-Variante der RP2350-Familie. Raspberry Pis eigene RP2350-Webseite beschreibt die Familie mit dualen Arm-Cortex-M33- oder dualen Hazard3-RISC-V-Kernen mit 150 MHz, 520 KB SRAM, Sicherheitsfunktionen rund um Arm TrustZone für Cortex-M sowie 12 PIO-Zustandsmaschinen. Das „B"-Gehäuse bietet mehr I/O als das Pico-2-ähnliche RP2350A – das Board führt bis zu 46 GPIO-Pins über zwei 30-polige Steckerleisten heraus.
 

Pinbelegungsdiagramm des RP2350B-Bells&Whistles-Entwicklungsboards mit GPIO-, Versorgungs-, Masse-, DVI-, microSD-, UART-zu-Debugger- und onboard-LED-Verbindungen.
Das RP2350B-Bells&Whistles-Board führt GPIO-, DVI-, microSD-, Versorgungs-, Masse- und Debugger-Pins über zwei lange Steckerleisten heraus. Quelle: github.com/riktw/RP2350B_BellsNWhistles

Elektor hat den RP2350-Chip bereits als deutlichen Fortschritt gegenüber der RP2040-Generation beschrieben. Bells&Whistles setzt auf diesen neueren Chip, behält aber mit dem RP2040 als Debugger einen Fuß im älteren Pico-Ökosystem.

Debuggen ohne zusätzlichen Adapter

Der integrierte Debugger ist ein praktischer Vorteil. Statt einen separaten Probe anzuschließen, enthält das Board einen RP2040 mit Picoprobe-ähnlicher Firmware, bei dem SWD und UART intern zum RP2350B geführt werden. Das ermöglicht einen aufgeräumteren Aufbau für die Firmware-Entwicklung, die serielle Überwachung und schnelle Iterationen. Wer schon einmal einen Debug-Probe unter einem Haufen Jumperkabel verloren hat, erkennt den Vorteil.

Das Board verfügt außerdem über zwei USB-C-Anschlüsse: einen für den RP2350B-Zielprozessor und einen für den Debugger. Weitere Hardware umfasst einen 4-MB-onboard-SPI-Flash, einen optionalen 8-MB-PSRAM-Chip, Reset- und Boot-Tasten für beide Mikrocontroller, eine Benutzer-LED an GPIO46, 5-V-USB-Spannungsversorgung sowie 3,3-V-Ausgangspins. Die Platine misst 87 mm × 26,5 mm – sie ist länger als ein Pico, bleibt aber sehr handlich für den Labortisch.

Offene Dateien und vertraute Software

Der HDMI-Anschluss ist für DVI-Ausgabe über GPIO12 bis GPIO19 verdrahtet und entspricht der Pin-Anordnung des Adafruit DVI Sock sowie von Software, die aus PicoDVI hervorgegangen ist. Damit steht für Video-Experimente ein fertiger Software-Pfad bereit, anstatt den Anschluss als bloßes Versprechen zu belassen.

Der microSD-Steckplatz ist mit GPIO20 bis GPIO23 verbunden, womit das Board auch für Projekte geeignet ist, die lokalen Speicher und Bildschirmausgabe kombinieren. Die Kombination legt nahe: kleine eigenständige Interfaces, Video-Experimente, Retro-Computerprojekte, Datenlogger mit lokaler Anzeige oder Lehraufbauten, bei denen die Hardware-Kette sichtbar, aber nicht chaotisch sein soll.

Bells&Whistles ist auf Tindie als vollständig bestücktes und getestetes PCBA erhältlich – ohne Steckerleisten, aber mit optionalem PSRAM. Als RP2350B-Entwicklungsboard liegt der Hauptvorteil nicht in einem einzelnen besonderen Feature, sondern darin, dass mehrere sonst lästig getrennte Bausteine eines praktischen Embedded-Workflows bereits auf einer einzigen Platine vereint sind.

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