Frankenstein-Prozessor: MOnSter 6502

30. Mai 2016, 18:41 Uhr
Frankenstein-Prozessor: MOnSter 6502
Frankenstein-Prozessor: MOnSter 6502
Das neueste Projekt aus der Kooperation von Eric Schlaepfer mit Evil Mad Scientist Laboratories ist eine de-integrierte Schaltung. „De“ kommt klar von „dekonstruiert“ sprich: auseinandergenommen. Es handelt sich um eine auf Transistorebene identische und tatsächlich funktionierende Replik des klassischen Mikroprozessors 6502. Damit liefen früher die Apple ][ Computer, der PET und der C64 von Commodore, der Atari 400 und 800 und neben vielen anderen mehr auch das (physikalisch) größte Embedded-System aller Zeiten von Elektor: der Junior-Computer. Sogar heute noch hat man bei der Eingabe von „6-5-0-2“ in ein Code-Schloss im Silicon Valley eine gute Chance auf Erfolg.

MOnSter 6502 ist vor allem eines: GROSS. Es handelt sich um eine vierlagige, 12’’ × 15’’ messende Platine mit einer Stärke von 0,1’’. Sie ist auf beiden Seiten mit SMDs bestückt. Insgesamt findet man 3.218 MOSFETs und 1.019 als Widerstände fungierende Depletion-Mode-MOSFETs (ganz wie im Vorbild), die den funktionalen Teil des 6502 ausmachen. Selbstverständlich sind auch noch 167 LEDs verteilt, mit denen die Zustände diverser Steuerleitungen, Register und Status-Bits signalisiert werden. Hinzu kommen die nicht 6502-spezifischen Transistoren, Widerstände etc., die zur Ansteuerung dieser LEDs erforderlich sind.

Und das MOnSter 6502 ist laaangsam. Der maximale Takt ist zwar noch nicht sicher bestimmt, doch EMS Labs und Eric erwarten irgendetwas um die 400 Kilohertz als Topspeed. Und es gibt keinen Verkauf und keine Bausätze – diese Kerle müssen verrückt sein!

Und wofür stehen die Großbuchstaben im Produktnamen?
 
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