Praxis
Messfenster des Mooshimeters unter Android

Das Mooshimeter wird in einem soliden Täschchen geliefert, zusammen mit drei Messkabeln und drei isolierten Krokodilklemmen guter Qualität. Das Meter selbst steckt in einem durchsichtigen Gehäuse und ist schön klein. Es gibt ausschließlich vier Anschlussmöglichkeiten: V(olt), A(mpere), Ω und C(ommon). Der Ω-Anschluss kann auch zum Messen kleiner Spannungen unter 1 V verwendet werden. Einen Ein/Aus-Schalter sucht man vergebens, das Gerät steht (im Ruhezustand) permanent im Stand-by-Modus. Der Betriebszustand wird von einer LED signalisiert: Blinkt sie langsam, befindet sich das Gerät im Stand-by-Modus, blinkt sie schnell, wird gerade eine Messung ausgeführt. Die Lebenserwartung der beiden AA-Batterien liegt nach Angaben des Fabrikanten bei einem Jahr im Stand-by-Modus und 50 Stunden im kontinuierlichen Messzustand. Der Batteriewechsel ist ein Klacks, aber aus Sicherheitsgründen kann das Gehäuse erst geöffnet werden, wenn zuvor zwei Schrauben losgedreht wurden.

Ich habe das Mooshimeter im Elektor-Labor zusammen mit einem modernen Android-Handy getestet. Dabei ist wenigstens Android 4.3 und die Unterstützung von Bluetooth 4.0 (BLE) Voraussetzung. Die App ist unkompliziert und schnell aus Google Play installiert. Nach dem Start wird das Messgerät sofort erkannt. Wenn man auf die beiden Steckersymbole neben dem erkannten Gerät drückt, wird die Verbindung etabliert und es erscheint ein Fenster wie im Bild gezeigt, in dem die beiden Messwerte Strom und Spannung und auch eine Übersicht aller Einstellungen wie der aktuelle Messbereich (auf automatisch voreingestellt, aber kann auf manuell geändert werden), die Abtastfrequenz (maximal 8 ksamples/s pro Eingang, was ordentlich viel für ein Multimeter ist) und die Größe des Messwert-Puffers dargestellt werden.

Darüber hinaus gibt es noch einen Knopf für das Ein- und Ausschalten der Datalogging-Funktion und einen Null-Knopf, mit dem der aktuelle Messwert als Referenz für die folgenden Messungen gesetzt werden kann, eine Art von Offset, mit dem sich bestimmte Messdifferenzen offensichtlicher wiedergeben lassen.

Die gesamte Darstellung auf dem Smartphone ist klar und deutlich und verzichtet auf überflüssigen Schnickschnack, aber am Anfang muss man erst erkunden, wo sich welche Funktionen befinden. Man kann nämlich auf fast jedes Feld drücken und es ändert sich etwas. Obwohl alles sehr logisch aufgebaut ist, sollte man doch erst einmal ausgiebig mit der Oberfläche und all ihren Möglichkeiten spielen und sie erkunden. Es kann nichts kaputt gehen! Nach eine halben Stunde wissen Sie aber, wie alles funktioniert, und die Bedienung des Mooshimeters wird genau so simpel wie das Drehen am Knopf eines normalen DMMs.
Wenn man das Smartphone um 90 Grad dreht, erscheint eine Grafik, die die Tendenz der gemessenen Werte für Spannung und Strom anzeigt. Man kann auch eine XY-Darstellung wählen. Daneben gibt es einen Puffer-Modus, der nach der Auswahl der Daten aus dem Speicher den Signalverlauf anzeigt, eine Art Oszillogramm also. Die Verarbeitung der Daten dauerte auf meinem Quad-Core-Handy recht lange, aber das kann auch am Android-System liegen. Denn nach Angaben der Mooshim-Entwickler funktionieren manche Teile der App besser auf einem iOS-Gerät.
 
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