Wundermaterial beendet die Spider-App

13. Juni 2017, 18:03 Uhr
Spider-App auf Smartphone. Bild: Stupidipedia / PD
Spider-App auf Smartphone. Bild: Stupidipedia / PD
Forscher der Queen's University's School of Mathematics and Physics haben in Kooperation mit der Stanford University, der University of California, der California State University und dem National Institute for Materials Science in Japan neue, dynamische Hybrid-Materialien entwickelt, die nicht nur sehr schnell Strom leiten, sondern auch leicht und bis zur Unzerbrechlichkeit stabil sind sowie in konventionellen Halbleiterfabriken hergestellt werden können.

Die Forscher kombinierten Fullerene des Typs C60 mit Schichtmaterialien wie Graphen und hBN (Bornitrid) und erhielten so ein einzigartiges Material mit besonderen Fähigkeiten, die besonders für Mobilgeräte relevant sind. Falls Ihnen der Begriff „Spider-App“ noch nicht begegnet ist und sie das auch noch nicht selbst erlebt haben: Gemeint ist das zerbrochene Display eines Smartphones. Mit dem neuen Material können diese Display-Brüche vielleicht bald der Vergangenheit angehören, da es ultrastabil ist. Interessant ist vor allem, dass nur die Kombination der Ausgangsmaterialien diese Unzerbrechlichkeit zeigt, nicht aber die Ausgangssubstanzen selbst.

Laut Dr. Elton Santos hat das Wundermaterial ähnliche Eigenschaften wie Silizium, jedoch höhere chemische Stabilität, geringeres Gewicht und höhere Flexibilität. Gerade letztere Eigenschaft ist es, die ein Display sehr viel schwerer zerbrechen ließe, wenn man es aus diesem Wundermaterial herstellen würde. Die Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift ACS Nano veröffentlicht und könnten durchaus zu einer neuen Klasse weiterer Wundermaterialien führen. Das neue Material verfügt aber über keine Bandlücke. Dieses Problem muss noch gelöst werden, denn Bandlücken sind für Materialien wichtig, mit denen man aktive Halbleiter herstellen möchte. Doch hier deutet sich schon eine Lösung in Form von TMDs (Übergangsmetalle) wie den Dichalcogeniden an, mit denen man hofft, dem klassischen Silizium Konkurrenz machen und damit echte Transistoren herstellen zu können.
 
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