Windows 10 auf dem Raspberry Pi 3B+

26. Februar 2019, 08:52 Uhr
Windows 10 auf dem Raspberry Pi 3B+
Windows 10 auf dem Raspberry Pi 3B+
Einem spanischen Softwareentwickler ist es gelungen, Windows 10 für ARM auf einem Raspberry Pi 3B+ zu installieren. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass diese Kombination wenig praktischen Nutzen hat.

Linux

Der Raspberry Pi ist vor allem für Linux-Betriebssysteme gedacht. Microsoft hat zwar „Windows 10 IoT Core“ veröffentlicht, ein Windows-System, das ebenfalls auf dem Raspberry Pi läuft, aber keine grafische Oberfläche besitzt und für Mess- und Steueraufgaben entwickelt wurde.

Der spanische Entwickler José Manuel Nieto hat ein Installationsprogramm geschrieben, das eine komplette Windows-10-Version auf dem ARM-Prozessor des RPi installieren kann. Die Basis bildet „Windows 10 on ARM“ für ARM-basierte Notebooks, das von Microsoft 2018 freigegeben wurde, dort aber nicht wirklich überzeugt.

ISO

Um Windows 10 auf den Raspberry Pi zu bringen, hat Nieto ein Installationswerkzeug auf GitHub zur Verfügung gestellt. Damit dies klappt, sind eine schnelle SD-Karte und ein geeignetes Image von Windows 10 on ARM erforderlich. Um die verschiedenen Dateien direkt von den Servern von Microsoft herunterzuladen, hat Nieto einen Online-Assistenten erstellt, der ein Download-Skript zusammenstellt.

Erster Test

In einem ersten Test dauerte es etwa zwei Stunden, um die ISO-Datei herunterzuladen und zusammenzustellen. Als nächstes muss eine Wim-Datei aus diesem Image extrahiert und dem Installationsprogramm übergeben werden. Dieses Programm fügt eine EFI-Shell hinzu und kopiert dann beides auf die SD-Karte.

EULA

Der Test mit dem Raspberry Pi 3B+ war allerdings ernüchternd. Vor dem Booten von Windows muss die EFI-Shell mit exit verlassen und die Bootreihenfolge verändert werden. Das Dialogfeld „Windows-Out-Of-The-Box“ benötigte eine knappe Stunde, um die Peripheriegeräte einzurichten und die Regionaleinstellungen vorzunehmen. Bei der Wahl des Tastaturlayouts ging es zum ersten Mal so richtig schief. Nach insgesamt eineinhalb Stunden, diversen „Bluescreens“ und Neustarts wurde der Test abgebrochen. Bei der Anzeige der Endbenutzer-Lizenzvereinbarung (EULA) hängte sich das Interface dauerhaft auf. Die wenigen Eingaben per Tastatur und Maus machten jedoch bereits deutlich, dass der Raspberry Pi mehr oder weniger an seine Leistungsgrenzen gestoßen war.

OOBE

Ein Versuch, dem Pi Windows beizubringen, ist und bleibt ein reines Machbarkeitsexperiment. Und auch wenn die Probleme mit dem OOBE-Dialog (Out-of-Box-Experience) gelöst werden können, scheint ein produktiver Einsatz von Windows 10 auf dem RPi derzeit nicht möglich.

Quelle: Heise Online
 
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