User-Interface

Das Web-Interface zeigte drei Ströme, drei Spannungen und drei Frequenzen. Obwohl die Spannungseingänge zusammengeschaltet wurden, zeigten sich befremdlich unterschiedliche Werte an. Mein Multimeter meinte, dass Kanal 1 mit seinen 238,5 VAC richtig lag. Die Kanäle 2 und 3 überschätzten die Sache um 7 V und zeigten 245,5 VAC. Vielleicht will SmartPi zwingend ein Dreiphasennetz? Möglicherweise lag es daran, dass die Werte für Leistung und Kosinus phi bei den Kanälen 2 und 3 negativ waren. Mir gelang es nicht, das für einphasige Netze umzukonfigurieren.

Hier angelangt lies ich SmartPi für einige Tage laufen.

 
Gesammelte Leistungsdaten für ungefähr acht Stunden.
Bei mir ist Strom nachts billiger.

Nachdem SmartPi für einige Tage Daten erhoben hat, war es Zeit, sie zu inspizieren und zu versuchen, die Daten zu verstehen. In meinem einphasigen Netz machen die System-Grafiken für die Leistung wenig Sinn, nur die Graphen für Strom und Spannung können einfach verstanden werden. Es war also besser, die Daten als CSV-Datei (Semikolon als Trennzeichnen und Dezimalpunkt als Komma) für eine Tabellenkalkulation zu exportieren und sie somit selbst auszuwerten.

Fazit

SmartPi ist ein Raspberry-Pi-Erweiterungsboard für Maker. Keinesfalls ein Consumer-Produkt. Es gibt nur grundlegende Software, passend für ein dreiphasiges Netz. Die Konfiguration geschieht über SSH und die Dokumentation ist ungenügend. Ohne RPi- oder Linux-Erfahrung steht man schnell auf dem Schlauch. Dies ist eigentlich eine Schande, denn so schwierig ist es nicht, eine vernünftige Konfiguration mit typischen Optionen zu integrieren. Hinzu gehört zwingend die WLAN-Konfiguration, der Umgang mit Passwörtern und deren Änderung, der Export via CSV-Datei etc. via Web-Interface. Dazu gehören ein paar wenige bebilderte Passagen im Handbuch. Damit wäre SmartPi dann für eine viel größere Zielgruppe interessant. Auf der anderen Seite: Wenn man sich für den Selbstbau einer intelligenten Stromüberwachung interessiert, ist SmartPi ein ziemlich guter Ausgangspunkt.
 

Update vom 27.07.2017:
Nur wenige Tage nach Veröffentlichung dieser Review hat uns der Hersteller mit dem neuen verbesserten SmartPi 2 überrascht, der die bisherige Version ab sofort ersetzt. Viele Kritikpunkte scheinen jetzt behoben zu sein und zudem sind neue nützliche Features hinzugekommen. Der Entwickler hat uns außerdem versprochen, dass die Software in Kürze angepasst wird.

Neue Features von SmartPi 2:
  • Integrierte Stromversorgung aus dem Spannungsmesspfad (L1) über stabile Klemmen (wahlweise 2 A oder 2,5 A DC-Strom).
  • Es können Kabelumbauwandler mit einem Sekundärausgang von 50 mA und 1 A angeschlossen werden (per Jumper umschaltbar). Damit sind jetzt auch Ströme >100 A messbar.
  • Batteriegepufferter RTC (der Raspberry Pi läuft auch ohne Internetverbindung nach einem Stromausfall stabil weiter)
  • Integrierte RS-485-Schnittstelle zum Anschluss von Modbus-Geräten oder sonstigen Wechselrichtern (Software-Unterstützung in Kürze)
  • Relais zum Schalten
  • Anschluss für den Raspberry Pi
  • Zusätzliche Status-LED
  • Wertiges Gehäuse mit Hutschienenbefestigung
     
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