Review: der J²B-Synthesizer

27. Januar 2016, 14:04 Uhr
Dieses Modul wird von Eurocircuits aufgebaut und getestet
Dieses Modul wird von Eurocircuits aufgebaut und getestet
Musik aus dem Cortex M3 ...

Der J²B-Synthesizer ist nach dem Vorbild des Atmegatron Music Synthesizer von Soulsby Synthesizers entstanden. Dieser Entwurf hat Elektor-Entwickler Clemens Valens so fasziniert, dass er damit unbedingt etwas anstellen wollte. Der J²B-Synthesizer ist eine Portierung der Open-Source-Soundgenerator-Firmware von Atmegatron zu einer Firmware, die auf einem LPC1347 läuft, einem 32-bit-ARM-Cortex-M3. Und natürlich ist mit einem solch leistungsfähigen Mikrocontroller mehr anzufangen als mit dem einfachen ATmega328, der im Atmegatron steckt.
Der J²B-Synthesizer wird mit acht Drehenkodern gesteuert. Genau wie beim Atmegatron gibt es beim J²B-Synthesizer einen roten Modus und einen grünen Modus (angezeigt von der rechten Zweifarben-LED), worin die Drehenkoder unterschiedliche Parameter einstellen. Wie bei einem Synthesizer üblich, gibt es ein MIDI-in und ein MIDI-out. Obwohl der Synthesizer keine MIDI-Noten verschickt, kann er MIDI-CC-Daten empfangen und so – außer mit einem MIDI-Keyboard – auch über einen Sequenzer oder Computer gesteuert werden.

Das „Programmieren“ einer anderen/neuen Firmware (es gibt mittlerweile vier verschiedene Versionen und die fünfte ist in Arbeit) gestaltet sich als ganz einfach:
  1. Den Synthie über USB an einen Windows-PC anschließen, während die rot/grüne-Modus-Taste gedrückt gehalten wird.
  2. Windows erkennt automatisch ein USB-Speichermedium in einer Größe von 64 KB, auf dem sich die Datei „firmware.bin“ befindet (sichtbar im Windows-Explorer).
  3. Diese Datei löschen.
  4. Die neue .bin-Datei auf das USB-Medium kopieren.
  5. Synthesizer erneut starten, fertig!

Von der Firmware ist auch eine Drumpatch-Version verfügbar, mit der man einfache Beats programmieren kann. Da der Synthie auf dem Atmegatron basiert, kann auch die Atmegatron Librarian Software verwendet werden, um eigene Samples zu kreieren.

Die Open-Source-Software ist auf der Elektor-Website erhältlich. Man kann die Möglichkeiten selbst erweitern und beispielsweise zwei Synthesizer zusammenarbeiten lassen, um allerlei Harmonien und Intermodulationen zu erzeugen. Auch andere, eigene Algorithmen zur Erzeugung von Klängen können in die Firmware eingebaut werden. Die dazu erforderliche Entwicklungsumgebung für den Cortex M3 LPCXpresso ist kostenlos.
 
Abgesehen davon, dass Musikmachen einfach Spaß bereitet, kann man mit dem J²B-Synthesizer überraschend viele neue Klänge generieren. Mit den richtigen Einstellungen kommt sogar ein kräftiger Dubstep-Drop heraus. Wenn Sie ein wenig Erfahrung haben mit Synthesizern, haben Sie die Bedienung des J²B-Synthesizers im Nu im Griff. Doch auch als Einsteiger kommt man mit dem J²B-Synthesizer schnell klar, wenn man ausgiebig an den Knöpfen herumspielt. Der Synthie ist ein wahres Leichtgewicht, der über die Mini-USB-Buchse von einem Telefonlader oder Ähnlichem versorgt werden kann. Am Ausgang kann man auch einen Kopfhörer anschließen. Da hat man seine Piepser ganz für sich alleine und die Mitbewohner wird es freuen!

Der Synthesizer wird exklusiv für Elektor von Eurocircuits professionell aufgebaut und ist genauso exklusiv erhältlich im Elektor-Shop.

Einige beispielhafte Klänge und Eindrücke von der Bedienung vermittelt das Video.
Den Elektor-Artikel kann man unten kostenlos herunterladen.

Technische Eigenschaften:
  • Monophoner 9-bit-Synthesizer
  • 32 Wellenformen + frei definierbare
  • 15 Filtertypen
  • 2 Hüllkurven-Generatoren
  • LFO mit 16 Wellenformen
  • Arpeggiator für 15 Muster
  • 16 Patch-Speicher
  • 6 Live-Controls
  • MIDI
  • Patch über MIDI speicher- und aufrufbar
  • Mikrocontroller NXP LPC1347 32-bit ARM Cortex-M3
  • 2 Ausgangskanäle
  • Open-Source- und Open-Hardware-Entwurf
 
Weblinks:
 
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