Modultronik
über
Zu dieser Thematik eine kleine Begebenheit aus unserem Redaktionsalltag. Seit einigen Jahren nutzen wir Redakteure ja unsere Projekt-Plattform Elektormagazine.de/Labs, um neue Autoren für unser Heft zu rekrutieren. Im Kollegenkreis schauen wir uns deshalb alle ein bis zwei Monate an, was in der Zwischenzeit alles neu gepostet wurde. Ich kann mich erinnern, dass bis vor einem Jahr so mancher meiner Kollegen abwinkte, wenn er sah, dass der findige „Original Poster“ ein paar Adafruit- oder Sparkfun-Platinchen und einen Arduino (ersatzweise auch einen Raspi) mit ein paar Kabeln verbunden hatte und uns das Ergebnis stolz auf ein paar hochgeladenen Fotos präsentierte. Als wir eines Nachmittags aber immer mehr dieser Projekte auf unserer Plattform fanden, war eine Grundsatzdiskussion fällig. Offenbar wurde bei vielen Entwürfen immer weniger Aufwand in das trickreiche Verschalten von einzelnen Bauteilen gesteckt, in eine sorgfältige Dimensionierung der Werte und das Heraussuchen der besten ICs. Bei diesen Projekten war die Cleverness der Entwicklung schlicht und einfach in die Software gewandert.
Und dieser Trend betrifft auch die Profis. Auf Messen erzählen mir Hersteller und Distributoren, dass Kunden immer mehr nach Out-of-the-Box-Lösungen verlangten, statt Referenzschaltpläne zu studieren. Alles müsse gleich nach dem Auspacken laufen – am besten zu arduino-ähnlichen Preisen.
Für mich macht das die Elektronik nicht weniger spannend – doch was meinen Sie? Ich bin gespannt auf Ihre Kommentare.

Diskussion (47 Kommentare)