Denis Meyer

Mikro-Robot bringt träge Spermien auf Trab

23. Februar 2016, 17:53 Uhr
Die ferngesteuerte Spirale rollt sich um die Spermien und führt sie ans Ziel
Die ferngesteuerte Spirale rollt sich um die Spermien und führt sie ans Ziel
Die künstliche Befruchtung bewegt die Gemüter nun schon seit dem Ende des letzten Jahrhunderts, doch die allgemein bekannte Injektion von Spermien in Eizellen mittels Pipette ist nun nicht mehr die einzige Möglichkeit, die Chancen auf Nachwuchs zu erhöhen: Eine neue Befruchtungsmethode, bei der eine Art schwimmender Roboter die Spermien sicher zu ihrem Ziel leitet, wurde nun von Wissenschaftlern aus Dresden vorgestellt. Ein verfrühter Aprilscherz? Ganz im Gegenteil!

Bei dieser seriösen Forschungsarbeit hat man es auf Spermien abgesehen, die auf Grund ihrer Trägheit nicht imstande sind, eine Eizelle zu befruchten. Die aus einem 3-D-Drucker stammenden, mikroskopisch kleinen „Roboter“ winden sich zunächst spiralförmig um die Geißeln (die fadenförmigen Fortsätze) der Spermien und werden anschließend, da sie aus Metall sind, durch ein Magnetfeld zu ihrem Ziel gesteuert. Erste Experimente, die allerdings nur in einer Petrischale durchgeführt wurden, waren bereits erfolgreich, doch es wird noch lange dauern, bis die ersten gelungenen Versuche an Patienten den Weg für eine allgemeine Anwendung freigeben. Nicht lange dauern wird es jedoch, bis auch hier die ersten Bedenken hinsichtlich eventueller ethischer Probleme laut werden - doch ganz gleich, zu welchem Ergebnis sie führen: Was wissenschaftlich möglich ist, wird irgendwann auch praktiziert, und wenn nicht jetzt, dann später, und wenn nicht hier, dann an einem anderen Ort.
 
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