ESP32-DIV V2: Ein im Flipper-Stil gehaltenes Wireless-Toolkit-Projekt zum Selberbauen
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Das ESP32-DIV V2 ist ein tragbares, quelloffenes Wireless-Toolkit, das CiferTech in einem ausführlichen Baubericht auf Hackster dokumentiert hat. Es handelt sich um ein typisches „Weil ich es kann“-Projekt, das sich erstaunlich schnell in eine praktische RF-Lernplattform verwandelt. Wenn Sie eine kurze Auffrischung zur dahinterliegenden Chipfamilie möchten, finden Sie hier ein ESP32-Übersicht aus unserem Archiv.
Was ESP32-DIV V2 ist (und was nicht)
Es „besser als Flipper“ zu nennen, ist natürlich provokativ, aber in Wahrheit ist das ESP32-DIV V2 eine modulare Plattform: Ein Hauptboard basierend auf einem ESP32-S3 und ein aufsteckbares Shield, das zusätzliche Funkmodule und I/O hinzufügt. Laut dem Quell-Repository des Projekts umfasst der Hardware-Stack ein kleines TFT-Display für die Benutzeroberfläche, SD-Speicher für Protokolle und Mitschnitte, USB-zu-Seriell für das Flashen, Batteriemanagement, WS2812-Status-LEDs und einen Summer für Rückmeldungen.
Der Shield-Ansatz ist der interessante Teil: Hier zeigt sich, wie sich das Konzept eines „drahtlosen Labortischs für die Hosentasche“ skalieren lässt, ohne das Hauptboard ständig neu entwerfen zu müssen.
ESP32-DIV V2 für Wi-Fi, BLE, 2,4 GHz, Sub-GHz und IR
Im Großen und Ganzen ist die Firmware als Werkzeugkasten zum Beobachten und Experimentieren mit gängigen Consumer-Frequenzbändern organisiert: Wi-Fi und BLE an erster Stelle, generische 2,4 GHz-Aktivität über nRF24-Module, Sub-GHz über einen CC1101-Transceiver sowie Infrarot-Erfassung und -Wiedergabe. Einige der in der Dokumentation beschriebenen Funktionen sind so leistungsfähig, dass ihr Einsatz im Alltag illegal oder ziemlich störend sein kann. Behandeln Sie das Gerät als Laborausrüstung: Führen Sie Experimente nur mit eigener Ausrüstung, unter HF-sicheren Bedingungen und mit ausdrücklicher Genehmigung durch, wo dies erforderlich ist.
Auch wenn Sie dieses Board nie exakt nachbauen, ist das ESP32-DIV V2 ein nützliches Fallbeispiel dafür, wie sich ein „Werkzeuggerät“ um einen günstigen Mikrocontroller konzipieren lässt: Konsistente Benutzeroberfläche, protokollorientierte Workflows und eine Architektur, die einen stabilen Kern von schnell wechselnden RF-Erweiterungen trennt. Zudem zeigt es, warum der ESP32-S3 ein so praktischer Kompromiss ist – genug RAM und I/O für Display und Speicher, dazu weit verbreitete Tools und große Community-Unterstützung.
Wenn Sie Lust bekommen, etwas Ähnliches zu entwickeln, konzentrieren Sie sich auf die übertragbaren Aspekte: Stromversorgungsqualität bei gemischten HF-Lasten, saubere Aufgabenaufteilung und eine Benutzeroberfläche, die nicht gegen den Nutzer arbeitet. Und ja, am Ende halten Sie vielleicht doch ein Taschen-Gadget in der Hand, das Sie bei jedem Summer-Piepser breit grinsen lässt.

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