Der letzte Tag der embedded world 2026 beinhaltete Interviews mit Ingenieuren und Start-up-Gründern, die Technologien auf der gesamten Messe vorstellten, darunter energieeffiziente Hardware, verbesserte Sicherheitslösungen sowie Tools für Entwickler und Studierende.

Luchrome gewinnt Startup-Pitch-Wettbewerb

Brian Tristam Williams sprach mit Romain Fuchs, CEO von Luchrome. Das französische Start-up gewann mit seiner Display-Technologie den Startup Pitch Contest auf der embedded world.

Luchrome at embedded world 2026

Luchrome entwickelt ein neuartiges elektronisches Display, das mit sehr geringem Stromverbrauch arbeitet und dabei auf Metalle und knappe Materialien verzichtet. Die aktuelle Produktionskapazität liegt bei mehreren tausend Einheiten pro Jahr, mit Plänen zur weiteren Skalierung durch Partnerschaften und Auftragsfertigung.

Ihr Produkt Lusight wurde Anfang 2026 mit dem CES Innovation Award in der Kategorie Nachhaltigkeit & Energiewende ausgezeichnet. Laut Luchrome kann das Display bis zu zehnmal weniger Energie verbrauchen als herkömmliche Display-Technologien und eignet sich daher für batteriebetriebene und autonome Geräte.


Eine der ersten Anwendungen, die das Unternehmen anstrebt, sind intelligente Etikettierungs- und Asset-Tracking-Systeme. Displays könnten direkt in Produkte integriert werden, um Zustände wie die Einhaltung der Kühlkette oder das Verfallsdatum anzuzeigen. Laut Unternehmen ist das Display über einen weiten Temperaturbereich einsetzbar und für mehr als 100.000 Schaltzyklen qualifiziert.

STMicroelectronics diskutiert das STM32-Ökosystem, Sicherheit und Konnektivität

Am Stand von STMicroelectronics sprach Brian mit Roman Ludin, Field Application & Technical Promotions Manager. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen Sicherheit und drahtlose Konnektivität im STM32-Ökosystem.

STMicroelectronics präsentierte Funktionen, die regulatorische Anforderungen wie das Cyber Resilience Act erfüllen. STM32-Mikrocontroller unterstützen Mechanismen wie Secure Boot, sichere Firmware-Updates und die Erstellung von Software-Bill-of-Materials.

ST at embedded world 2026

Das Unternehmen sprach auch über aufkommende Konnektivitätsstandards. Dazu gehört Aliro, ein Zugangskontrollstandard, der BLE-, NFC- und Ultra-Wideband-Technologien kombiniert. Ein weiterer Schwerpunkt war Matter, wobei ST sowohl Matter over Thread als auch Matter over Wi-Fi unterstützt. Für diese Anwendungen stellte ST den STM32WBA6-Mikrocontroller mit 2 MB Flash-Speicher vor, um den Matter-Protokoll-Stack unterzubringen.

Ein weiterer Bereich am Stand widmete sich der Entwicklung grafischer Benutzeroberflächen. STM32-Mikrocontroller mit Hardware-Grafikbeschleunigung wurden eingesetzt, um displaybasierte Schnittstellen in Embedded-Systemen zu steuern.

ST bietet auch das TouchGFX-Framework an, das Tools für die Gestaltung grafischer Oberflächen und deren Bereitstellung auf STM32-Geräten umfasst.

Die Demo kombinierte Touchscreens mit physischen Bedienelementen wie Drehknöpfen, um verschiedene Ansätze der Benutzerinteraktion zu veranschaulichen.

Red Pitaya präsentiert Updates der Gen-2-Plattform

Ein weiteres Interview fand am Stand von Red Pitaya 4-242 statt, wo Brian mit Miha Gjura, Field Application Engineer, sprach, der in unserem Webinar Test, Measure and Develop with Red Pitaya auftrat. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Updates der Red Pitaya Gen 2.

Die neuesten Boards der Generation 2 bringen Verbesserungen im analogen Frontend, neue Optionen zur Taktsynchronisation und erweiterte Anschlussmöglichkeiten. Miha stellte auch X-Channel 2.0 vor, eine Funktion, die es ermöglicht, mehrere Boards bei Takten und Triggern zu koppeln, sodass mehrere Red Pitaya-Geräte zu größeren Messsystemen synchronisiert werden können.

Red Pitaya at embedded world 2026

Während des Interviews erwähnte Miha auch das Elektor-Entwicklungsbundle, das Red Pitaya-Hardware mit dem Buch Experimenting with Red Pitaya STEMlab Gen 2 von Dogan Ibrahim kombiniert. Die Publikation führt in die Messwerkzeuge der Plattform ein, darunter Oszilloskope, Spektrumanalysatoren und Logikanalysatoren, und begleitet die Leser schrittweise bis zur FPGA-Entwicklung.

Laut Miha richtet sich das Material sowohl an Studierende, die Messtechnik erlernen, als auch an Ingenieure, die Red Pitaya für Labor- und professionelle Messanwendungen erkunden möchten.

Weitere Begegnungen auf der Messe

Zu den weiteren Begegnungen am letzten Tag gehörten Gespräche mit Andrei Aldea von Texas Instruments über das BeagleBadge, ein programmierbares Badge, das als kompaktes Entwicklungsboard konzipiert ist. Das Badge verfügt über ein 107 mm großes E-Paper-Display, Tasten, eine RGB-LED, einen Piezo-Buzzer und integrierte Sensoren wie einen Beschleunigungssensor, ein Gyroskop sowie Temperatur- und Feuchtigkeitsmessung. Es wird von einem TI AM62L32 Dual-A53 mit 256 MB LPDDR4 angetrieben, unterstützt Linux und Zephyr und bietet LoRa-, BLE- und Wi-Fi-Konnektivität. Erweiterungsanschlüsse (QWIIC, Grove, mikroBUS) ermöglichen es den Nutzern, weitere Module ohne Löten anzuschließen.

Am Stand von Espressif präsentierte Gang Chao von M5Stack das modulare Ökosystem des Unternehmens rund um Espressif-Mikrocontroller. Die Plattform kombiniert stapelbare Hardwaremodule wie Sensoren, Displays und Konnektivitätsboards für schnelles Prototyping und IoT-Entwicklung. Zu den Demos gehörten industrielle Automatisierung mit I/O-Modulen, Relais, Sensoren und dem AI Pyramid Edge-AI-Gerät, eine Smart-Home-Einrichtung mit Home Assistant sowie Touch-, Sprach-, Beleuchtungs- und Umweltmodulen und vieles mehr.


Mit diesen letzten Interviews und Demonstrationen ging die embedded world 2026 nach drei Tagen voller Produktankündigungen, Plattformvorführungen und Gesprächen in der Embedded-Systems-Branche zu Ende. Das nächste Treffen der Embedded-Community findet am 16.–18. März 2027 in Nürnberg statt. Save the date!

Image - 926x926