Elektronen nehmen in Supraleitern Umwege
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Bei der STM-Technik (Scanning Tunneling Microscopy) wird eine leitende dünne Nadelspitze, die in einem einzigen Atom endet, fast bis auf die zu untersuchende Oberfläche angenähert. Obwohl es dabei keinen physischen Kontakt zwischen Nadelspitze und Oberfläche gibt, fließt bei einer Spannungsdifferenz doch auf Grund des quantenmechanischen Tunnel-Effekts ein Strom. Durch die Messung des Stroms als Funktion der Spannung erhält man Informationen über die elektronische Struktur der Oberfläche mit einer ultrafeinen Auflösung von einem Atom.
In Dresden wurde das Verfahren an einem Supraleiter aus dem Metallsulfid Löllingit mit einer STM-Nadelspitze aus Platin durchgeführt. Dabei wurde der Tunnel-Strom und der Pfad der Elektronen durch die Oberflächenlagen gemessen.
Der am meisten zum Stromfluss beitragende Pfad scheint dabei über die Barium-Atome in der obersten Oberflächenschicht zu gehen. Dies wird aus dem Fakt geschlossen, dass die elektronische Struktur zum großen Teil durch eben diese Barium-Atome bestimmt wird. Die Forscher in Amsterdam konnten diese Ergebnisse experimentell bei analogen Untersuchungen an BaFe2As2-Kristallen bestätigen.
Die gewonnenen Resultate tragen mit zur weiteren Erforschung der intrinsischen Eigenschaften der Hochtemperatur-Supraleitung bei, die man so von anderen Effekten unterscheiden kann.

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