Autohersteller spähen Kunden aus: BMW, Renault und Mercedes im Visier

7. Juni 2016, 09:00 Uhr
Projektleiter Arnulf Thiemel und die untersuchten Autos
Projektleiter Arnulf Thiemel und die untersuchten Autos
Der ADAC hat bei den folgenden Autos untersucht, welche Daten ohne Ihr Wissen an den Hersteller geschickt werden: Mercedes-Benz B-Klasse, BMW 320d und i3 sowie Renault Zoe. Der ADAC betont, dass es sich hier lediglich um Beispiele handelt. Leider handelt es sich nicht nur um Daten bzgl. des KFZ-Zustands, sondern außerdem Benutzungsprofile und Fahrverhalten, die auf den Servern der Hersteller einlaufen. Im Dunklen bleibt, was damit passiert.
 
Bei der B-Klasse werden alle zwei Minuten Harmloses wie Kilometerstand, Tankinhalt, Pegel des Kühlmittels und Luftdruck verschickt. Allerdings auch, wie oft der Gurt als Resultat starken Bremsens gestrafft wurde. Dazu noch: GPS-Position plus Laufzeit im Stadtverkehr, auf Landstraßen und Autobahnen, womit sehr einfach der Fahrstil des Kunden erfasst wird.

Der elektrische Renault Zoe „leaked“ GPS-Position, Temperatur, Ladezustand des Akkus sowie alle Daten des CAN-Bus, der darüber hinaus auch aus der Ferne abgeschaltet werden kann. Damit kann der Hersteller das Auto lahmlegen, wenn der Kunde mit der monatlichen Miete für den Akku im Verzug ist.

BMW sammeln scheinbar lediglich Nutzungsdaten im Bereich Motor und Antrieb.

Wie der ADAC auf seiner Webseite mitteilt, hat er angemahnt, dass die relevanten Daten auf anderen, nicht markengebundenen Werkstätten etc. zur Verfügung stehen sollen und dass der Kunde über die Daten entscheiden soll.

Passend zum Thema: In Elektor wird demnächst ein OBD-Board für den Raspberry Pi vorgestellt...
 
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