Zeitbasierte Bildtrennung dank Monsieur Fourier

5. April 2016, 15:59 Uhr
Wie entfernt man nachträglich Spiegelungen in Fotos?
Wie entfernt man nachträglich Spiegelungen in Fotos?
Auf der letzten IEEE International Conference zu den Themen Akustik, Sprache und Signalverarbeitung haben Mitglieder der Media Lab Camera Culture Group des MIT einen komplett neuartigen Weg der Bildtrennung vorgeschlagen.

Wenn zwei Lichtsignale – eines von einem nahen Objekt wie etwa einen Fenster und eines von einem entfernteren Objekt reflektiert – auf einem Lichtsensor zu leicht unterschiedlichen Zeiten eintreffen, dann haben ihre Fourier-Komponenten unterschiedliche Phasen. Auf diese Weise kann man eine Methode entwickeln, die Laufzeiten von Signalen zu erfassen. Die Algorithmen basieren dabei auch Röntgen-Techniken, wie sie auch in der Kristallographie als phase retrieval bekannt sind. Diese Methode brachte 1985 seinem Erfinder immerhin den Nobel-Preis für Chemie ein.
 
Das vom MIT vorgeschlagene Bildtrennverfahren sendet Licht aus und erfasst die unterschiedlichen Ankunftszeiten der reflektierten Signale und kann daher zwischen nachen und entfernten Objekten unterscheiden. Bild: MIT

Laut ihrem Bericht, in dem die Forschung und das Schlussexperiment beschrieben wird, nutzen die Autoren ein schlichtes aber modifiziertes Consumer-Produkt: die Kamera Kinect One von Microsoft. Eigentlich würde man für so eine Sache die Verwendung eine teuren Forschungskamera und umfangreiche Labor-Apparatur erwarten. Doch der Trick steckt nicht in der verwendeten Hardware, sondern in der anschließenden mathematischen Bildverarbeitung mit Fourier-Analyse. Das Ergebnis beeindruckt um so mehr.
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