Stoppschild 2.0 mit Blinklicht vermeidet Unfälle

11. März 2019, 19:09 Uhr
Sensorgesteuertes Stoppschild erkennt Autos und blinkt. Bild: utsa.edu
Sensorgesteuertes Stoppschild erkennt Autos und blinkt. Bild: utsa.edu
Forscher der University of Texas at San Antonio haben eine preiswerte Technik entwickelt, mit der sich Stoppschilder aufrüsten und wesentlich effektiver einsetzen lassen. Sich einer Kreuzung mit Stoppschild nähernde Autofahrer werden per Blinklicht darauf aufmerksam gemacht, dass sie anhalten müssen.

Solarbetrieb

Das intelligente Stoppschild erkennt die Annäherung von Fahrzeugen und aktiviert dann ein Blinklicht. Elektronik und Blinkleuchte werden dabei autonom von Solarzellen in Kombination mit einem Pufferakku mit Strom versorgt, sodass dieses High-Tech-Stoppschild ohne besondere Installation überall an Kreuzungen und Gabelungen mit entsprechender Vorfahrtregelung aufgestellt werden kann. Die Fahrzeugerkennung basiert auf einem Infrarotsensor, der sich annähernde Fahrzeuge erkennt und von sich entfernenden unterscheiden kann. Bei Annäherung wird das Warnblinklicht aktiv. Dieser Überraschungseffekt sorgt dafür, dass der Fahrer wieder aufmerksam ist und mit erhöhter Wahrscheinlichkeit tatsächlich anhält. Auf diese Weise wird das Risiko eines Zusammenstoßes mit einem anderen Fahrzeug reduziert.

Stoppschilder werden auf ländlichen Straßen oft „übersehen“ oder ignoriert, was gefährliche Situationen heraufbeschwören kann. Nicht nur in den USA passieren mehr als die Hälfte aller Unfälle auf ländlichen Straßen, sondern auch in Deutschland sterben mehr Menschen auf Landstraßen als innerorts oder auf Autobahnen. Vermutlich liegt das daran, dass in ländlichen Bereichen öfter zu schnell oder nachlässiger gefahren wird, wobei Schilder dann schnell übersehen oder ignoriert werden.
 
Video: utsa.edu

Geringe Kosten

Die Infrarotsensorik unterscheidet nicht nur die Fahrtrichtung des erkannten Fahrzeugs, sondern erkennt die Geschwindigkeit und differenziert zudem nach Fahrzeugklasse (Lkw oder Pkw). Die Fahrzeug-Erkennungsrate liegt bei 90 % – die Fahrzeug-Klassifizierung ist bislang immerhin in 72 % erfolgreich. Würde man das Warnlicht ständig blinken lassen, würde sich seine Aufmerksamkeitswirkung vermindern. Zudem wäre ein höherer Energieverbrauch die Folge, was dann doch eine Fremdversorgung nötig und die Installation teuer machen würde.

Bislang gibt es zwar schon ähnliche Systeme auf der Basis von Induktionsschleifen in der Fahrbahn oder mit Radarsensoren oder Kameras, doch liegen hier die Installationskosten schnell im oberen vierstelligen Bereich. Die Lösung der UTSA hingegen soll gegenüber einem reinen Stoppschild für unter 100 $ Aufpreis zu realisieren sein.
 
Kommentare werden geladen...
Verwandte Artikel