Spottbilliges „Labor auf einem Chip“

22. Februar 2017, 14:05 Uhr
Das „Labor-auf-einem-Chip“ besteht aus einem preisgünstigen transparenten Silkonträger und einem gedruckten Elektronik-Streifen.
Das „Labor-auf-einem-Chip“ besteht aus einem preisgünstigen transparenten Silkonträger und einem gedruckten Elektronik-Streifen.
Wissenschaftlern der Stanford University School of Medicine ist es gelungen, mit einer Kombination aus Mikrofluidik, Elektronik und einem handelsüblichen Tintenstrahldrucker ein Biochip zu erzeugen, das zur Analyse von Zellen zu wissenschaftlichen und Diagnose-Zwecken eingesetzt werden kann. Das Besondere an diesem neuen „Labor auf einem Chip“ ist der Preis: Es kostet pro Exemplar weniger als einen Cent!

Die neue Technologie kann eine Revolution in der medizinischen Diagnostik auslösen, vor allem in Entwicklungsländern, wo, um es milde auszudrücken, die Möglichkeiten der Frühdiagnostik stark eingeschränkt bis gar nicht vorhanden sind. Die Überlebenschance beispielsweise von Brustkrebskranken könnte so verdoppelt werden. Markübliche Diagnosegeräte kosten nicht selten viele tausend Euro, was für einen Arzt in Westeuropa eher ein Klacks ist, für einen Arzt im tiefsten Afrika aber in der Regel eine unüberwindbare Hürde. Hier kann der neue Biochip eine wichtige Rolle erlangen.

Das System besteht aus zwei Teilen, einem preisgünstigen transparenten Silkonträger für die Lösung mit den zu untersuchenden Zellen, der auf einem wiederverwendbaren Elektronik-Streifen ruht. Der Elektronik-Streifen kann mit einem gewöhnlichen Tintenstrahldrucker auf einen flexiblen Polyesterfilm gedruckt werden – mit einer gut erhältlichen leitenden Tinte auf Basis von Nanopartikeln. Die Herstellung des kompletten Chips nimmt nicht mehr als 20 Minuten in Anspruch, besondere Fertigkeiten sind dafür nicht erforderlich.

Bei dem neuen System ist es nicht nötig, die zu untersuchenden Zellen mit fluoreszierenden oder magnetischen Markern zu versehen. Der Chip unterscheidet kranke von gesunden Zellen aufgrund ihrer unterschiedlichen innewohnenden elektrischen Eigenschaften.

Der vollständige Text des Forschungsberichts kann hier eingesehen werden.
 
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