Review: Wärmebildkamera HT-02

11. Oktober 2018, 09:35 Uhr
Wovon träumen Elektronik-Entwickler? Nein, ganz sicher nicht vom neuen FHM-Kalender 2019. Denen wird heiß bei einer Wärmebildkamera! Diese Kameras befinden sich jedoch oft in einer Preiskategorie, die es schwierig macht, den Kauf zu rechtfertigen. Aber langsam ändert sich das. In dieser Besprechung geht es um die „Thermal Imaging Camera HT-02“, die selbstverständlich aus China stammt.

Beschreibung

Die Kamera wird in einem recht stabilen Karton mit Magnetverschluss geliefert. Es gibt ein recht umfangreiches Handbuch in englischer Sprache, das für chinesische Provenienz fast hervorragend ist. Der robuste Stoffbezug mit Gürtelclip, verstellbarer Kordel und einem Fach für vier Ersatzbatterien ist steif und verformt sich nicht. Dank Klettverschluss kann dieses Behältnis sehr schnell geöffnet und geschlossen werden. Durch seine Form bleibt alles automatisch ziemlich fest und nichts wackelt.

Das Kameragehäuse besteht aus grauem Kunststoff, der weitgehend mit einer dicken gelben Beschichtung versehen ist, die sich gummiartig anfühlt. Die Kamera gleitet einem also nicht versehentlich aus der Hand. Sollte das doch passieren, scheint sie ein paar Schäge ertragen zu können. Die Abdeckung auf der Oberseite der Kamera (einschließlich der SD-Karte zur Speicherung der Kamerabilder) besteht aus weichem gummiähnlichem Kunststoff.
Das Batteriefach wird durch einen Schiebedeckel verschlossen – ähnlich wie bei einer TV-Fernbedienung, nur robuster. Man braucht also keinen Schraubendreher oder andere Werkzeuge zum Öffnen. Die vier AA-Batterien können ohne großen Aufwand eingesetzt und entnommen werden.
 
Der Automotor in den Bildern unten war gerade in Betrieb und hat daher eine ordentliche Temperatur. Die IR-Kamera zeigt deutlich an, was wo wie warm ist. Bei der Darstellung im rechten Bild wurde eine andere Farbpalette gewählt.

(Datum und Uhrzeit waren noch nicht richtig eingestellt)
 

Technische Daten:

  • 2,4"-Farbdisplay (6,1 cm Diagonale)
  • IR-Bildauflösung 60 x 60 Pixel (3.600 Pixel)
  • Kameraauflösung 0,3 Megapixel
  • Sichtwinkel 20° x 20°
  • Brennweite 50 cm
  • Temperaturauflösung 0,15°C
  • Temperaturbereich -20 bis 300°C
  • Genauigkeit ±2% oder ±2°C (±4°F)
  • Emissionsgrad von 0,1 bis 1,0 einstellbar
  • Bildaufnahmefrequenz 6 Hz
  • Wellenlänge 8 bis 14 µm
  • Farbpalette einstellbar: Eisenrot, Regenbogen, Regenbogen kontrastreich, Graustufen (weiß leuchtend), Graustufen (schwarz leuchtend)
  • Bildspeicherung als Bitmap auf SD-Karte
  • Stromversorgung vier AA-Batterien
  • Gewicht 320 g

Betrachtet man die preislich nahe Konkurrenz wie etwa das Flir One, so zeigen die wichtigsten Spezifikationen, dass lediglich die Auflösung der „normalen Kamera“ etwas zurückbleibt. Alle anderen Eigenschaften sind ähnlich oder sogar deutlich besser (der Temperaturbereich der Flir One ist auf 120°C begrenzt). Die niedrige formale Auflösung von 0,3 Megapixeln hat mich nicht wirklich gestört. Für den kleinen Bildschirm ist das genug, und mehr ist gar nicht relevant, wenn man die relativ niedrige IR-Auflösung betrachtet. Natürlich sieht man einen Unterschied, wenn man ein Bild speichert und auf dem PC betrachtet, aber inhaltlich macht es keinen Unterschied. Für die Größe der tragbaren Wärmebildkamera geht das voll in Ordnung.
 
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