Review: Vierkanal-Oszilloskop Siglent SDS1204X-E

23. Oktober 2018, 16:46 Uhr
Review: Vierkanal-Oszilloskop Siglent SDS1204X-E
Review: Vierkanal-Oszilloskop Siglent SDS1204X-E
Vor ein paar Jahren habe ich das Siglent-Oszilloskop SDS1102X rezensiert und war sehr angetan von der Qualität und den umfangreichen Funktionen eines solch preiswerten Geräts. Inzwischen gibt es einige Nachfolger in dieser Familie von Mittelklasse-Oszilloskopen der Firma Siglent. Ich nehme hier nun ein etwas teureres Vierkanal-Gerät unter die Lupe, das seit Anfang des Jahres erhältlich ist, das SDS1204X-E. Hinsichtlich Aufbau und Möglichkeiten ist es eine Weiterentwicklung seiner Vorläufer mit der auffälligsten Änderung gegenüber der 1100er-Serie einer erhöhten Bandbreite der Eingangsstufen, die nun 200 MHz statt wie bisher 100 MHz beträgt.

Allgemeine Eigenschaften

Für diejenigen, denen Siglent-Oszilloskope noch unbekannt sind, will ich zunächst einen kurzen Überblick über die Möglichkeiten der meisten Geräte der 1100- und 1200-X-E-Serie geben. Diese Geräte sind kompakt, leicht (etwa 2,5 kg) und verfügen über ein großes 7-Zoll-Breitbild-Farbdisplay. Die Basis-Abtastrate beträgt 1 Gsamples/s (dazu später mehr), der Signalspeicher umfasst 7 Mpts/Kanal oder 14 Mpts/Kanal. Die Triggermöglichkeiten sind sehr umfangreich; eine Standarddekodierung für serielle digitale Signale wie I²C, SPI, UART, CAN und LIN ist bereits integriert. Sie können aus verschiedenen mathematischen Funktionen wählen und vielerlei automatisierte Messungen durchzuführen. Dank eines Hardware-Coprozessors steht auch eine schnelle FFT-Funktion zur Verfügung.
Das SDS1204X-E in Verbindung mit dem separat
erhältlichen Arbiträr-Funktionsgenerator SAG1021.

Wesentliche Extras

Der SDS1204X-E besitzt auch über einige spezielle Funktionen, über die die zweikanalige Version nicht verfügt. Der wie ich finde größte Vorteil sind die beiden schnellen A/D-Wandler. Dies bedarf einer Erläuterung: Beim zweikanaligen Gerät kann ein Kanal mit 1 GS/s abgetastet werden, misst man jedoch zwei Kanäle, so sinkt die Abtastrate auf 500 MS/s. Das ist zwar logisch, wenn es nur einen Wandler gibt, aber ein Punkt, den man immer im Hinterkopf behalten sollte. In der vierkanaligen Version ermöglichen zwei separate Wandler die gleichzeitige Abtastung von zwei Kanälen mit 1 GS/s (Kanäle 1/3 oder Kanäle 2/4). Natürlich sinkt auch hier die Abtastrate auf 500 MS/s, wenn man alle vier Kanäle verwendet, aber es lohnt sich schon aus diesem Grund, das Oszilloskop SDS1204X-E zu kaufen, auch wenn Sie niemals vier Eingangskanäle gleichzeitig nutzen wollen. Diese beiden Analog/Digital-Wandler sind auch der Hauptgrund für den höheren Preis gegenüber dem SDS1202X-E.
Ein weiteres Merkmal, das das Oszilloskop 1202 nicht aufweist, ist die Möglichkeit, einen externen Arbiträr-Funktionsgenerator (Arbitrary Waveform Generator AWG) über den USB-Port zu steuern, um Bode-Plots zu erstellen. Siglent hat zwar ein spezielles AWG-Gerät im Portfolio, den SAG1021, aber es sollte auch möglich sein, andere Stand-alone-Generatoren zu verwenden. Leider konnte ich keine Liste kompatibler Typen finden, aber im Internet hat jemand ein Python-Skript veröffentlicht, um das SDS1204X-E-Oszilloskop zusammen mit Generatoren anderer Hersteller verwenden zu können.
 
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