Review: Touch Board Pro Kit

19. Oktober 2017, 09:57 Uhr
Touch Board Pro Kit Elektor
Touch Board Kit vor dem Auspacken
Das Touch Board Pro Kit wird in einem hübschen Karton geliefert, der so groß ist wie ein großes Buch. Wenn ich sage: „großes Buch“, dann bedeutet dies mindestens 500 Seiten. Doch keine Panik: Der Vergleich soll Ihnen nur eine Vorstellung von der Größe des Pakets liefern. Das Kit verleitet dazu, sich sofort mit ihm zu beschäftigen. Es wendet sich an Menschen, die mit elektronischen Mitteln gerne kreativ sein möchten, wobei vor allem das Auge und der Tastsinn im Vordergrund stehen. Es ist für Elektronik-Liebhaber und Menschen in Lehrberufen geeignet, für Planer im industriellen Bereich sowie für Künstler, für Profis und Amateure.

Instant Interaktivitäts-Interface

Wie der Name des Kits schon sagt, verbindet es das Programmieren einerseits (Atmel ATmega32U4) und die mit Berührungen verbundene Elektronik andererseits, um eine unmittelbare Interaktivität zu erschaffen. Der Untertitel der Bedienungsanleitung präzisiert bereits, worum es hier geht:
„Make interactive projects in no time, whether you’re a designer, engineer, or creative."

Das Kit kommt nicht aus den USA und nicht aus China, sondern aus London. Die Firma Bare Conductive beschäftigt sich mit dieser leitfähigen Farbe oder Tinte, mit der sich elektr(on)ische Schaltungen auf verschiedene, spezielle Trägerplatten zeichnen lassen. Es ist daher nur logisch, dass unser Kit (klicken Sie auf die Fotos zum Vergrößern) in erster Linie (aber nicht nur) leitfähige Tinte enthält – in der Tube und im Glas, eine Rolle aus selbstklebendem Kupferband sowie aufgedruckte Sensoren. Auch wenn Ihnen, so wie mir, völlig klar ist, wozu die Tinte und das Kupferklebeband dienen, werden sie angesichts der A5 Printed Sensors wohl eher etwas ratlos den Kopf schütteln.

 
Touch Board Kit nach dem Auspacken
Bei diesen A5 Printed Sensors  handelt es sich ganz einfach um Blätter, die bereits mit dieser berühmten leitfähigen Tinte in Form geometrischer Liniennetze bedruckt wurden (siehe Foto). Die richtige Handhabung entdeckt man dann später beim Experimentieren.
Mit der auf Wasser basierenden, ungiftigen Tinte lassen sich Linien, Kontakte, Schalter und vieles mehr zeichnen – und zwar auf allen Arten von Materialien von Glas über Stoff bis hin zu Karton und sogar Haut. Wie herkömmliche Farbe kann sie auch leicht mit allen möglichen Pinseln, mit Schablonen, im Siebdruck oder direkt aus der Tube verarbeitet werden und trocknet sehr schnell.

Oberflächenwiderstand

Beschäftigen wir uns nun etwas näher mit dem Widerstand dieses leitfähigen Materials. Da dieser höher als derjenige üblicher Leiter ist, ist das Material für hohe Stromstärken nicht geeignet. Auch die Spannung sollte dabei einen Wert von 12 VSS nicht überschreiten – doch stellt dies eine Beschränkung dar? Es ist auch interessant zu wissen, dass der Widerstand der Tinte (55 Ω Flächenwiderstand und 32 Ω Flächenwiderstand) sich nicht so aus der Fläche der Farbschicht berechnet, wie es bei normalen Materialien auf Grund ihrer Abmessungen der Fall ist. Dies kann zu interessanten Experimenten führen. Die Hintergründe sind in den Application Notes gut beschrieben.

Farbe und Festigkeit

Screen-printing
Hinweisschild aus Linien und Symbolen,
die mit Linien und Symbolen im
Siebdruck mit leitfähiger Tinte
hergestellt wurde.
Dank ihrer Eigenschaften kann diese leitfähige Tinte (oder Farbe) auch zur Konstruktion eines Potentiometers verwendet werden. Die mechanische Flexibilität hängt dabei von der Schichtdicke, der Homogenität und der Beschaffenheit der Unterlage ab. Die Farbe der Tinte ist schwarz, aber wenn sie einmal trocken ist, kann sie auch mit gewöhnlicher Acrylfarbe in einem beliebigen Farbton abgedeckt werden, die als Isolationsschicht zwischen mehreren leitfähigen Schichten dienen kann, was unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten eröffnet (aber nicht beim Tintenstrahldruck).
 
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