Pektin als Werkstoff in der Elektronik

14. November 2016, 15:04 Uhr
Pektin als Werkstoff in der Elektronik
Pektin als Werkstoff in der Elektronik
Pektin kennt man wohl eher von Marmelade, denn es ist ein in Früchten enthaltener natürlicher Stoff, der das Gelieren von Eingemachten unterstützt. Jetzt aber gelang einem italienischen Wissenschaftler-Team die Verwendung von Pektin als Werkstoff für ein Hybrid-Bauelement, das Elektronik mit biologischen Substraten koppeln kann.

Ein Memristor kann auch als Synapsen-Analogon betrachtet werden, denn er kann sich etwas merken. Vereinfacht gesagt wird sein Verhalten von seinem vorherigen Zustand beeinflusst, was dem Vorgang ähnelt, wie Informationen im Gehirn von einem Neuron zu einem anderen übertragen werden.

In einem Artikel in der Fachzeitschrift AIP Advances wird die Herstellung dieses hybriden Bauelements beschrieben. Die grundlegende Idee ist dabei, biokompatibles Material als Puffer zu verwenden. Ein Memristor aus solchen Biopolymeren ist technologisches Neuland. Der Bio-Memristor dient dabei als Brücke bzw. als Interface von „normaler“ Elektronik mit dem Nervensystem. Die größten Schwierigkeiten lagen im Verständnis der komplexen elektrochemischen Vorgänge, die die Basis des Memristor-Verhaltens bilden. Auf diese Weise wurden auf Polyanilin basierende Bauteile geschaffen, die ein funktionales und biokompatibles elektrochemisches Interface bilden. In einer nächsten Stufe sollen Memristoren dieser Art an Lebewesen wie Pflanzen getestet und so lebendige Hybridstrukturen erreicht werden, die „lernen“ bzw. logische Operationen durchführen können sollen.
 
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