Muss das Ohmsche Gesetz umgetauft werden?

7. April 2016, 10:55 Uhr
Das Ohmsche Gesetz von Ohm (Bild: Lukas Mezger)
Das Ohmsche Gesetz von Ohm (Bild: Lukas Mezger)
Wer kennt das Ohmsche Gesetz? Vermutlich hat jeder schon einmal im Alter zwischen 14 und 16 Jahren in der Schule davon gehört, um es um so schneller wieder zu vergessen. Georg Simon Ohm, Jahrgang 1789, veröffentlichte seine berühmten Beobachtungen im Jahre 1827. Etwa 40 Jahre später wurde der elektrische Widerstand ihm zu Ehren mit seinem Namen versehen. So blieb das bis heute. Doch wussten Sie schon, dass James Clerk Maxwell – genau der, welcher postuliert hatte, dass Elektrizität, Licht und Magnetismus miteinander zu tun haben könnten und einige Differentialgleichung zur Unterstützung dieser These formulierte – schon 1879 eine unbekannte Arbeit von Henry Cavendish – der das Gewicht der Erde berechnete – veröffentlicht hat, die belegt, dass eben dieser Cavendish dem Ohmschen Gesetz schon 50 Jahre vor Ohm auf die Schliche gekommen ist? Schon vor Ohms Geburt! Da Cavendish das aber nicht veröffentlichte, wusste dies lange niemand, weshalb dann das Royal Society Committee nicht für eine ungerechtheit verantwortlich gemacht werden kann. Oder doch?

Cavendish starb 1810 – lange vor der Veröffentlichung des Ohmschen Gesetzes. Er hat nicht viel veröffentlich, aber doch der Royal Society Papiere mit seinen Forschungsberichten zukommen lassen. Maxwell ist als Mitglied der Royal Society in den Besitz dieser Papiere gekommen, die er 15 Jahre nach der Etablierung des Ohms veröffentlichte. Die Frage ist, ob Maxwell schon zuvor von Cavendish wusste oder ob ihm dies erst später zugetragen wurde. Wir wissen es nicht. Es ist wohl auch nicht so wichtig. Doch sollte man Cavendish nicht ganz vergessen, sondern seinen frühen Beitrag würdigen, demnach die Spannung von 1 Volt an einem Widerstand von 1 Cavendish zu einem Strom von 1 Ampere führt...
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