Mein Weg ins IoT (1): Die Cloud

17. Dezember 2015, 13:38 Uhr
Mein Weg ins IoT (1): Die Cloud
Mein Weg ins IoT (1): Die Cloud
Vielleicht geht es Ihnen wie mir – man liest, sieht und hört eine Menge über das „Internet of Things“, aber es ist schwer, in dem Wust von Informationen einen Überblick zu bekommen. Das liegt zum einen sicherlich am Thema. Vernetzte Systeme sind eben nicht so leicht zu verstehen wie ein übliches Stand-Alone-Elektronik-Projekt, bei dem sich alles auf einer einzigen Platine befindet. Zum anderen gibt es unzählige Wege, mit dem man Daten etwa von einem Sensor zu einer Applikation auf einem Endgerät schicken kann, wo sie dargestellt werden. Das beginnt schon auf den unteren Protokollebenen. Hier konkurrieren die unterschiedlichsten Funkstandards mit kabelgebundener Kommunikation, etwa über Ethernet.

Ich habe den „Kampf“ aufgenommen und begonnen, im Internet zum Internet of Things zu recherchieren, um einen roten Faden zu finden. Begonnen habe ich bei den Cloud-Services, die von unterschiedlichen Unternehmen angeboten werden. Im Allgemeinen versteht man unter „der Cloud“ den Teil des Internets, dessen Einzelteile vom Benutzer aus gesehen nicht mehr lokalisiert werden können. Wer Daten in die Cloud hochlädt, weiß nicht, wo sie genau landen; die Cloud erscheint eben „wolkig“. Datenspeicher in der Cloud kann man inzwischen bei vielen Anbietern mieten, aber das ist nur einer der angebotenen Cloud-Dienste. Man kann in der Cloud auch Programme laufen lassen, deren Bedienung sich nicht mehr viel anders anfühlt, als wenn sie lokal installiert wären (Software as a Service). Oder es wird eine Programmierumgebung bereitgestellt, mit der sich eigene Applikationen entwickeln lassen, die wieder in der Cloud laufen (Platform as a Service). Klassische Cloud-Anbieter wie zum Beispiel die Amazon Web Services haben die Zeichen der Zeit erkannt und erweitern ihre Dienste gegenwärtig um eine IoT-Komponente. „Devices“ (Geräte), die beispielsweise mit Sensoren bestückt sind, laden ihre Daten in die Cloud hoch, dort werden diese in einer Datenbank gespeichert und können später von anderen Geräten des Benutzers (zum Beispiel einem Smartphone) abgerufen werden. Entscheidender Vorteil: Der Datenproduzent (Sensorboard) muss nicht mehr ständig über das Netz mit dem Datenkonsumenten (Smartphone-App) verbunden sein. Man denke ans Stromsparen: So kann sich das Sensorboard zwischen zwei Messungen richtig schlafen legen.

Für Amazon ist die Übung einfach: Denn Speicher in Datenbanken steht ja schon über die klassischen Cloud-Speicher-Services massig zur Verfügung, auch wesentliche Softwarekomponenten können wiederverwendet werden und eine Menge Erfahrungen hat man auch schon gesammelt. Auf dem Markt mischen aber auch kleinere Anbieter mit, etwa das Startup Relayr („Wunderbar“). Auch Hardware-Entwickler wie Digi („XBee“) und – natürlich – ARM wollen Cloud-Services etablieren. Wer näher hinschaut, bemerkt aber eben doch sehr viele Gemeinsamkeiten, etwa bei den verwendeten Daten-Übertragungsprotokollen wie zum Beispiel HTTP oder MQTT. Mehr darüber in der nächsten Folge!
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