Kaltes Plasma für die Oberflächenbehandlung
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Plasmen werden in der Industrie schon lange eingesetzt, um Oberflächen zu reinigen oder so zu bearbeiten, dass Materialien wie Lacke oder Klebstoffe besser darauf halten. Der Vorteil: Eine Vorbehandlung mit Lösungsmitteln ist nicht mehr nötig – das spart Geld und ist umweltfreundlich. Bisher konnten aber nur ebene Flächen so behandelt werden, über Vertiefungen, Hohlräume oder ähnliches glitt das Plasma einfach hinweg.
Die Forscher haben jetzt zwei Plasmaverfahren, den Plasmajet und die Gleitentladung, miteinander kombiniert. Damit können auch dreidimensionale Oberflächen effektiv bearbeitet werden. Der Trick hinter dem „kalten Plasma“ ist, dass zur Plasmabildung eine Wechselspannung verwendet wird. Die (sehr hohe) Spannung sorgt dafür, dass negativ geladene Elektronen die Atomhülle verlassen, die größeren, positiv geladenen Ionen bleiben zurück: Das Gas wird elektrisch leitend und ist damit zum Plasma geworden. Weil die Elektroden ständig ihre Polarität wechseln, bewegen sich die „schweren“ Ionen kaum und setzen deshalb wenig Energie in Wärme frei. Die Temperatur lässt sich auf diese Weise niedrig auf 30 bis 60 Grad halten – optimal für die Behandlung von hitzeempfindlichen Materialien wie Kunststoffen oder Holz.

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