Gebogene Kamera-Sensoren von Sony

2. Juli 2014, 21:02 Uhr
Gebogene Kamera-Sensoren von Sony
Gebogene Kamera-Sensoren von Sony

Die Retina menschlicher und tierischer Augen ist gekrümmt. In Anlehnung an das biologische Vorbild und aus optischen Berechnungen heraus hat nun Sony eine Musterproduktion gekrümmter CMOS-Bildsensoren für Kameras für weitere Tests und Optimierungen hergestellt.

Mit gekrümmten Sensoren lassen sich nämlich einfachere Optiken mit simpleren Linsen kombinieren, die gleichzeitig ein besseres Bild mit reduzierten Randabschattungen realisieren können. Hinzu kommt, dass die Sensoren bei gleichem Material gekrümmt empfindlicher sind. Die Lichtstrahlen treffen dabei an allen Stellen des Sensors immer in gleichem (je nach Blende fast rechten) Winkel auf die Oberfläche. Die Biegung des Materials ändert die Bandlücke des Halbleiters, was einen niedrigeren Dunkelstrom zur Folge hat.

Gekrümmte Sensoren sind im Zentrum immerhin 1,4-fach sensitiver als flache Sensoren. Am Rand sind die krummen Sensoren sogar doppelt so empfindlich. Die Sensor-Chips werden maschinell in Form gebogen und dann mit einer Keramik zur Stabilisierung der Krümmung verbacken. Die resultierende Krümmung entspricht der des menschlichen Auges. Es wurde sogar gleich zwei Arten von Sensoren hergestellt: Eine Variante ist mit einer Diagonalen von 43 mm als Ersatz für sogenannte Vollformat-Sensoren gedacht, während nur 11 mm in der Diagonalen für den Einsatz in Kompakt- oder Handy-Kameras geeignet ist.

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