Flugzeug aus dem 3-D-Drucker

10. Dezember 2013, 14:35 Uhr
Flugzeug aus dem 3-D-Drucker
Flugzeug aus dem 3-D-Drucker

Ein Team der Universität von Southampton unter Leitung der Professoren Andy Keane und Jim Scanlan hat das weltweit erste "gedruckte" Flugzeug entworfen und geflogen. Das neue Verfahren könnte die Wirtschaftlichkeit der Konstruktion von Luftfahrzeugen revolutionieren.

 

Das SULSA (Southampton University Laser Sinter Aircraft) ist ein unbemanntes Flugzeug (UAV), dessen gesamte Struktur mit einem 3-D-Rapid-Prototyping-Verfahren hergestellt wurde. Dafür wurde eine EOS EOSINT P730-Nylon-Laser-Sintermaschine verwendet, die Objekte aus Kunststoff oder Metall durch schichtweisen Aufbau herstellt. Die Einzelteile des Flugzeugs werden ganz ohne Schrauben einfach einrastend zusammengesteckt (Snap-in-Verbindungen), so dass sich das Ganze ohne Werkzeug in wenigen Minuten assemblieren lässt. Das SULSA-Projektteam arbeitet in Partnerschaft mit der Firma 3T RPD, die ihr Herstellungs- und Design-Know-how in das Projekt einbrachte.

 

Das elektrisch angetriebene Flugzeug mit 2 m Spannweite erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von fast 100 Meilen (161 km/h)  pro Stunde und ist im Reiseflug nahezu geräuschlos. Das Flugzeug wurde von Dr. Matt Bennett, einem Mitglied des Teams, mit einem Mini-Autopilot ausgestattet.

 

Das Laser-Sintern ermöglicht es, Formen und Strukturen viel schneller und preiswerter herzustellen als mit kostspieligen traditionellen Herstellungsmethoden. So lässt sich ein UAV innerhalb weniger Tage vom Konzept bis zum Erstflug entwickeln, was mit konventionellen Methoden und Materialien Monate dauern würde.

 

Ein maßgeschneidertes Flugzeug vom Konzept bis zum ersten Flug ist in wenigen Tagen entwickelt. Mit konventionellen Materialien und Herstellungstechniken würde dies Monate dauern. Da keine Werkzeuge und Formen angefertigt werden müssen, lassen sich auch radikale Änderungen von Form und Größe des Designs ohne zusätzliche Kosten umsetzen.


Ein weiterer Vorteil ist die freie Wahl der Form, so dass sich zum Beispiel komplexe Tragflächen-Profile und Geometrien wie elliptische Flügel ohne Kostennachteil realisieren lassen.

 

SULSA ist Teil des EPSRC-finanzierten DECODE-Projekts, das die die Verwendung neuester Herstellungstechnologien für die Entwicklung von UAVs fördert.

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