Exoskelett macht Gelähmte gehend

2. Februar 2016, 13:09 Uhr
Exoskelett von Phoenix
Exoskelett von Phoenix
Die kalifornische Roboter-Firma Suitx stellt mit Phoenix ein Exoskelett für medizinische Anwendungen vor, mit dem Gelähmte selbstständig gehen können. Mit Phoenix können sich gelähmte Menschen nicht nur frei bewegen, sondern es verhindert auch Druckgeschwüre (Dekubitus), die dann entstehen können, wenn durch langes Sitzen ein Hautareal dauerhaft zu stark beansprucht wird.

Das Exoskelett Phoenix wird lediglich etwa 40.000 $ kosten und wiegt nicht viel mehr als 12 kg. Die maximale Bewegungsgeschwindigkeit liegt bei etwa 1,7 km/h. Der Akku steckt in einem Rucksack und reicht für eine Betriebsdauer von 4 h bei ununterbrochener Nutzung bis zu 8 h bei intermittierendem Betrieb. Die Anpassung der Funktionen und Gang-Parameter kann mit einem Mobilgerät unter Android vorgenommen werden.

Suitx hat sich auf medizinische und industriell nutzbare Exoskelette spezialisiert. Die dahinter stehende Technik wurde im Robotics & Human Engineering Laboratory der Berkeley University entwickelt. Der Professor für Mechanik und Leiter dieses Labors Dr. Homayoon hat diese Firma zusammen mit mehreren ehemaligen Studenten 2013 gegründet.

Eines der Firmenziele ist die Entwicklung von Exoskeletten speziell für Kinder mit neurologischen Beeinträchtigungen wie etwa Infantile Zerebralparese oder Spina Bifida, was in schweren Fällen einer Querschnittslähmung gleichkommen kann. Die robotische Gehunterstützung ermöglicht diesen Kindern eine Verbesserung der motorischen Gehfähigkeit, da das enge Zeitfenster genutzt werden kann, wenn diese lokomotiven Fähigkeiten ausgebildet werden.

Im Moment nimmt die Firma am Wettbewerb Robotics for Good mit einem Exoskelett auf der Basis von Phoenix teil. Der Gewinner wird am 5. Februar bekannt gegeben.

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