Ultraschall für Sehbehinderte

19. Januar 2016, 15:07 Uhr
Bild: KIT
Bild: KIT
Ein Forschungsprojekt zu einem „Proximity Hat“, der am KIT (Karlsruhe Institute of Technology) entwickelt wurde, nutzt Ultraschall zur Extraktion räumlicher Information. Das Entwicklungsziel war, dem Anwender Rauminformationen ohne die üblichen Nachteile wie Geräusche oder Vibrationen zu übermitteln, da sonst die Aufmerksamkeit gestört wird und die Informationen nicht intuitiv erfasst werden können. Der Proximity Hat“ des KIT nutzt daher Druck zur Information der blinden oder sehbehinderten Anwender.

Der „Hut“ trägt mehrere je 5 cm große US-Sensoren, die den horizontalen Raum um den Träger abtasten und bei einer Reichweite von etlichen Metern eine Auflösung von wenigen Zentimetern aufweisen. Zur schnellen und zuverlässigen Information eines sich bewegenden Anwenders wird die Umgebung mit einer Frequenz von 50 Hz abgetastet.
Kleine „Schläge“ aus einem elastischen Material übersetzen dann die Entfernungsinformation in Druck an den entsprechenden Stellen des Kopfs. Druckwahrnehmung beeinträchtigt die anderen Sinne des Menschen nicht. Existierende Lösungen verwenden üblicherweise Töne oder Vibrationen, deren dauerhaftes Vorhandensein nicht nur stört, sondern auch nerven kann.

Die Entfernungs/Druck-Umsetzung hat auch Potential für VR-Systeme oder Computerspieler. In diesem Fall gilt also Hut auf statt ab für das KIT!
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