Am Menschen rumdoktern, um Menschen zum Ingenieur zu machen?

25. August 2017, 07:00 Uhr
Es ist bekanntlich nicht so einfach, jemandem Elektronik und Software-Technik beizubringen, den das nicht interessiert. Die Leute akzeptieren zwecks Broterwerb zwar alle Arten von uninteressanten Arbeitsplätzen, aber kaum einen, der mit Technik zu tun hat. Dabei ist die Nachfrage nach Ingenieuren riesig, und sie verdienen prima, aber nur wenige junge Leute studieren Ingenieurwesen. Es gibt vermutlich ein Gen für Technik, dass den meisten Menschen fehlt. Ohne das wird Technik schwer.



Zum Beispiel Lego und Playmobil. Lego begann als Bau-Spiel, das trotz seine Beliebtheit in meiner Jugend fast vollständig verschwunden ist, während Playmobil, ein Erzähl- und Rollenspiel, ein Hit ist. Das initiierte bei Lego eine Playmobil-ähnliche Strategie mit kleinen Figuren, Geschichten und Kits, die wie Playmobil-Kits nicht dazu bestimmt sind, für etwas Anderes wiederverwendet zu werden. Sie haben das sehr gut gemacht und der Erfolg gibt Lego recht, denn es wurde eine der erfolgreichsten Marken der Welt.
 
Für mich zeigt das, dass die meisten Menschen bereit sind sich anzustrengen. Allerdings nur, wenn das zusammengebaute Objekt irgendwie nützlich ist. Aber einfach kreativ etwas mit Klötzchen bauen, das interessiert den Großteil weniger.
 
Und dieser Aspekt ist auch bei diesen neueren Elektronik-Kits zu sehen – bei all diesen Mikrocontroller-made-easy-Boxen oder IoT-für-Newbies-Pakete bzw. Raspberry Pi für Mädchen und was es nicht noch alles gibt. All diese Kampagnen an den Schulen, um Kinder zu motivieren einen einer Linie folgenden Roboter zu bauen und zu programmieren, z.B. mit dem BBC micro:bit. Eigentlich sollten ein paar Teile und ein oder zwei grundlegende Beispiele reichen, denn der Rest sollte der Fantasie der Nutzer vorbehalten bleiben. Aber die Benutzer wollen voll ausgearbeitete Projekte (um sie zusammenzubauen), die in ihrem täglichen Leben nützlich sind. Doch wer braucht schon einen Line-Follow-Roboter? Nur wenn viele solcher kompletten Anwendungen zur Verfügung gestellt werden, werden vielleicht ein paar Jugendliche etwas Interesse zeigen und tauchen ein bisschen tiefer und beginnen im optimalen Fall sogar selbst zu basteln.
 
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