Commodore-1541-Diskettenlaufwerk wird zum Mini-Computer
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Die Idee des 1541 Disk Drive Computer ist genau das, was der Name vermuten lässt: Die im Commodore 1541 Diskettenlaufwerk bereits vorhandene MOS Technology 6502 CPU wird genutzt, um das Laufwerk als eigenständigen Mini-Computer statt nur als Peripheriegerät zu verwenden. (Zum Vergleich: Der Commodore 64 verwendet den eng verwandten MOS 6510.)
1541 Disk Drive Computer: Was hat sich geändert?
Zusammengefasst: Das Laufwerk startet ein KIM-1-ähnliches Monitor-ROM und kommuniziert dann über den IEC-Serienbus mit einem Terminal. Im gezeigten Beispiel bleibt das Laufwerk mechanisch und elektrisch „wie es ist“ (keine Modifikationen auf der Platine), es benötigt jedoch ein ROM-Image als Ersatz für die originale 1541-Firmware und eine Möglichkeit, eine Terminal-Sitzung im Seriellen-Stil über IEC zu übertragen.
Hat man erst einmal eine Eingabeaufforderung, beginnt der spannende Teil: Es zeigt sich, wie viel „Computer“ tatsächlich in einem ursprünglich als Disketten-Controller entworfenen Gerät steckt. Sie können eine kleine Routine eingeben, diese aus dem RAM ausführen und dann auf eine BASIC-Eingabeaufforderung wechseln. Der Quellcode des Projekts steht online zur Verfügung, falls Sie nachvollziehen möchten, wie der KIM-1-Monitor an das 1541-Speicherlayout und die I/O-Struktur angepasst wurde.
Warum die CPU im Diskettenlaufwerk wichtig ist
Ein Teil des Charmes liegt darin, dass es sich hierbei weniger um ein völlig neues Konzept handelt, sondern darum, eine alte Tatsache explizit und interaktiv nutzbar zu machen. Viele klassische Commodore-Fastloader und Kopierwerkzeuge haben bereits ausführbaren Code ins Laufwerk übertragen und dessen 6502 als intelligentes Peripheriegerät verwendet. Dieses Projekt stellt diese Fähigkeit nun als winziges Allzweck-System dar, das Sie tatsächlich „direkt bedienen“ können – selbst wenn die Ressourcen nach heutigen Maßstäben äußerst knapp sind.
Hintergrund aus der 8-Bit-Ära
Wenn Sie einen breiteren Überblick über den Kontext dieser Maschinen wünschen, bietet Elektor in Stuart Cordings Artikel einen guten Rückblick auf den Heimcomputer-Boom: Battle of the 8-Bit Home Computers.
Für den Original-Artikel und Links zur Demo sowie zum Repository beginnen Sie am besten mit diesem Hackaday-Post, und wechseln dann zum Projektcode sowie zum Video.

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