VW investiert 44 Milliarden in Elektroautos

19. November 2018, 17:49 Uhr
E-Mobilitäts-Vorstand Thomas Ulbrich im Chassis des ID. Bild: Volkswagen.
E-Mobilitäts-Vorstand Thomas Ulbrich im Chassis des ID. Bild: Volkswagen.
Bis 2023 beabsichtigt Volkswagen eine strategische Wende hin zur Elektromobilität. Laut Beschluss des Aufsichtsrats von letzter Woche soll die enorme Summe von 44 Milliarden Euro in Themen wie das autonome Fahren, Mobilitätsdienste und Digitalisierung investiert werden. Die bisherige Planung wurde also um 10 Mrd. € aufgestockt. VW beabsichtigt mit dieser Strategie, auch bei den (elektrischen) Autos der Zukunft die Nummer 1 zu sein.

Das Kapital für diese Investitionen soll mit den laufenden Gewinnen aufgebracht werden, was möglicherweise zu Sparprogrammen bei den etablierten Marken führen könnte, denn VW will hierzu jährliche Gewinne von gut 10 Mrd. € erzielen. Kern des Konzepts ist die Umrüstung der Werke in Emden, Zwickau und Hannover für die Produktion von Elektroautos. In Zwickau wurde schon mit dem Umbau des Werks für eine jährliche Kapazität von 330.000 elektrisch angetriebener Autos begonnen. In einem Jahr soll dort die Fertigung des neuen Modells ID gestartet werden, das laut VW eine Bedeutung hat, die dem Käfer oder dem Golf gleichkommt. 2021 sollen dort dann sechs Modelle auf der Basis des MEB (Modularer E-Antriebs-Baukasten) für drei Konzernmarken gebaut werden. Die Produktion in Zwickau soll darüber hinaus komplett CO2-neutral sein.
Laut VW führt dieses Vorhaben auch zu Arbeitsplatzverlusten. Elektromotoren sind schließlich nicht nur technisch einfacher, sondern auch mit weniger Aufwand und damit weniger Personal herstellbar. Für das Jahr 2022 ist außerdem ein zusätzliches Werk in Osteuropa geplant.

Da das Thema Elektroauto mit den nötigen Akkus steht und fällt, wird auch an einer Beteiligung bei der Fertigung von Akkuzellen gearbeitet. Bislang kommen nämlich die noch begrenzten Stückzahlen von LG Chem, Samsung und CATL. Nicht nur VW, sondern auch die deutsche Politik befürchtet beim Thema Akkus eine Abhängigkeit deutscher Autobauer von asiatischer Produktion und Technologie und beabsichtigt daher, eine eigene deutsche Akkuproduktion zu fördern.

Auch in China will VW zusammen mit lokalen Partnern über 4 Mrd. € etwa in Elektromobilität investieren. Angepeilt ist mit insgesamt 30 Typen das größte Angebot an Elektroautos auf dem chinesischen Markt schon bis 2020. Ab da sollen gut 400.000 Elektroautos in China vom Band laufen. Bis 2025 soll die Produktion dann auf 1,5 Mio. E-Autos pro Jahr hochgefahren werden.
 
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