Ultra-Rapid-Prototyping: Platinen aus dem Drucker

30. Mai 2016, 13:00 Uhr
Einfach Deckblatt abziehen. So sieht eine Platine aus dem Tintenstrahldrucker aus.
Einfach Deckblatt abziehen. So sieht eine Platine aus dem Tintenstrahldrucker aus.
Das schnelle Herstellen von Platinen für Prototypen ist ein altes Thema. Belichten und Ätzen ist mit Aufwand, Platz + Zeit verbunden und sowieso von gestern. Externe Fertigung dauert im schnellsten Fall einige Tage. Fräsen klappt zwar halbwegs schnell, braucht aber Ausrüstung etc. Der 3D-Druck von Leiterbahnen steckt noch in den Kinderschuhen. Also direkter 2D-Druck mit dem Tintenstrahldrucker?

Die Antwort lautet eindeutig ja. Der Doktorand Varun Perumal Chadalavada hat an der University of Toronto hat ein verblüffend einfaches Verfahren entwickelt, wie sich mit einem handelsüblichen Drucker sehr schnell und einfach Platinen für Prototypen „drucken“ lassen. Das Verfahren ähnelt sehr dem von Sofortbildern, bei dem die eigentlich komplexe Chemie der Bildentwicklung in einem Aufwasch erledigt wird und man nur kurz warten muss, bis sich das gerade aufgenommene Bild zeigt.
 
 
Hier kommt eine Printem genannte Fertigplatine zum Einsatz, die man einfach mit dem gewünschten Muster bedruckt. Anschließend belichtet man die bedruckte Fertigplatine für 30 Sekunden und zieht den Abdeckfilm ab. Fertig!
Die Geschwindigkeit ist nahezu unschlagbar. Gerade wenn man gelegentlich Prototypen aufbauen will, dürfte es sich um eine hochwillkommene neue Technik handeln. Aufgrund des wirtschaftlichen Potentials wurde natürlich sofort ein Spin-Off gegründet. Wie fein die Leiterbahnen sein können, wie stabil die Ergebnisse, die Haltbarkeit sowie Lötbarkeit und die Kosten sein werden, ist noch nicht ganz klar und auch dem obigen Video nicht zu entnehmen, aber hoch interessant ist das Verfahren allemal.
 
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