Tote Pixel

21. November 2016, 15:55 Uhr
Tote Pixel
Tote Pixel
Die großen Internet-Konzerne machen gelegentlich durch unsensibles Vorgehen gegenüber den eigenen Nutzern von sich reden. Nicht nur dass Facebook gelegentlich Postings oder gleich ganze Accounts sperrt, wenn User gegen merkwürdige Regeln verstoßen oder Apple sogar Apps aus dem Store wirft, weil sie was machen, das der Apfelfirma missfällt: Google sperrt seit neuestem wohl Pixel-Smartphones, wenn etwas nicht passt...
 
In manchen Aspekten sind wir heute im Jahre 2016 wohl schon an einem Punkt angekommen, der fast irgendwie einer Mischung von „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley und „1984“ von George Orwell entspricht: Google hat wohl praktisch ohne Vorwarnung Smartphones der eigenen Marke Pixel aus der Ferne deaktiviert. Ein solcher Fernabschaltvorgang kommt einer Art digitalem Todesurteil für die betroffene Hardware gleich, denn solchermaßen deaktivierte Smartphones sind nicht mehr als ein Haufen Elektroschrott.

Was war der Hintergrund dieser Sperrungen? Dass Internetkonzerne teilweise rigide Geschäftsbedingungen diktieren, die immer wieder auch von Gerichten als unwirksam oder den Kunden zu eindeutig benachteiligend kassiert werden, das ist ja nichts Neues. Schwärzen z. B. viele andere User einen Anderen bei Facebook an, weil sie dessen Meinung nicht tolerieren, dann passiert es nicht selten, dass dessen Account ohne Diskussion und fast kommentarlos gesperrt wird. Das Opfer kann dann zusehen, wie es sein digitales Leben wieder reaktiviert bekommt. Einfach ist das nicht. Auch App-Entwickler staunen manchmal, wenn Apple (oder einer von Apples Angestellten) meint, dass gegen eine der zahllosen Regeln verstoßen wurde. Dann ist die betreffende App erst einmal aus dem Store draußen.
Bislang betraf dieses Phänomen vor allem das Internet und hier Accounts etc., also Virtuelles. Google betrat nun Neuland, indem Hardware lahmgelegt wurde, weil – man höre und staune – Pixel Smartphones professionell weiterverkauft wurden, was wohl „verboten“ zu sein scheint. Es sollen gut 200 Smartphones betroffen sein. Mittlerweile hat Google zumindest teilweise eingesehen, etwas übers Ziel hinausgeschossen zu sein und reaktiviert die Accounts von Leuten, denen dieser Regelverstoß nicht klar gewesen zu sein scheint. Trotzdem Grund, die Stirn in Falten zu legen.

Schöne Aussichten...
 
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