Schwefel speichert Sonnenenergie

19. April 2017, 09:57 Uhr
Die Technologie, um Sonnenwärme chemisch zu steichern, wird am Forschungszentrium Jülich getestet. (Foto:DLR)
Die Technologie, um Sonnenwärme chemisch zu steichern, wird am Forschungszentrium Jülich getestet. (Foto:DLR)
Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) wurde im Rahmen des von der EU unterstützten PEGASUS-Projekts zusammen mit Partnern versucht, nachhaltig gewonnene Energie besser in die Grundenergieversorgung zu integrieren. Klassisches Beispiel dafür ist die Solarthermie, die tagsüber anfällt und in der Nacht benötigt wird. Es ist ein Energiepuffer erforderlich, der am Tag gefüllt und in der Nacht wieder geleert werden kann, damit Sonnenwärme einen substanziellen Beitrag zur Grundenergieversorgung liefern kann.

Ein verheißungsvoller Ansatz ist der Einsatz eines geschlossenen Kreislaufs auf Grundlage der Verbrennung von Schwefel. Der Schwefel/Schwefelsäure-Kreislauf ist in der Lage, Sonnenwärme in großem Maßstab chemisch zu speichern, die nachts wieder durch Verbrennung freigesetzt wird. Dieses System kann die Grundlage einer ökologisch unbedenklichen, nachhaltigen und vor allem stabilen Energieversorgung bilden.

Das langfristige Ziel von PEGASUS ist die Entwicklung eines innovativen Sonnenenergiekraftwerks. Das Sonnenlicht wird mit Hilfe von Spiegeln gebündelt, von einem Absorber „eingefangen“ und dann in einem thermochemischen System auf Basis von Schwefel und Schwefelsäure gespeichert. Die gespeicherte Energie wird später in einem Brenner für die Erzeugung von Elektrizität zur Verfügung gestellt. Diese Technologie soll unter realen Betriebsbedingungen im Sonnenturm des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in Jülich bei Aachen getestet werden.

Am KIT wird an der Verbrennungsinstallation gearbeitet – in erster Instanz soll ein Schwefelbrenner im Laborformat bei einer hohen Leistungsdichte im Bereich von 10...15 kW bei Temperaturen bis 1400 °C stabil funktionieren.
 
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