Schaltung: DIY-Gitarren-Overdrive
über
Die Schaltung
Der Entwurf basiert auf zwei OTA-Hauptstufen und mehreren Dioden. Das Eingangssignal durchläuft zunächst einen Puffer auf Basis eines TL271-Low-Power-Op-Amps, bevor es den OTA IC3.A erreicht, wo der Overdrive-Grad gesteuert wird. Ein Potentiometer auf der Frontplatte regelt den Steuerstrom des OTA und damit den Signalpegel, der die Verzerrstufe antreibt.„Die Schaltung … besteht grob aus drei Teilen", erklärte A. J. Kohler. „Der erste ist der Eingangsbereich mit Puffer und Vorverstärker, der zweite ist die Overdrive-Stufe mit den beiden OTAs und den Dioden, und der dritte ist der Ausgangsbereich mit einer Klangregelung."
Das Herzstück des Projekts ist das Diodennetzwerk. Silizium- und Germaniumdioden lassen sich per Schalter auswählen, sodass der Spieler deren unterschiedliches Clipping-Verhalten vergleichen kann. Die Schaltung kann die Dioden zudem symmetrisch oder asymmetrisch betreiben. Statt die Clipping-Dioden einfach in ein herkömmliches Rückkopplungsnetzwerk einzubinden, verwendet der Entwurf OTAs, um sie mit geregelten Strömen anzusteuern.
Warum ist das Projekt heute noch relevant?
Ein Jahrzehnt später bleibt dieses Projekt interessant, weil analoge Verzerrung nach wie vor ein lohnendes Experimentierfeld ist. Moderne Gitarristen haben Zugang zu zahllosen digitalen Amp-Simulationen und ausgefeilten DSP-Effekten – und doch prägen einfache nichtlineare Bauelemente weiterhin den Charakter vieler begehrter Pedale.Der Vergleich zwischen Silizium und Germanium ist dabei besonders aufschlussreich. Germaniumdioden besitzen eine niedrigere Durchlassspannung und andere elektrische Eigenschaften als gängige Siliziumtypen, was sie bei Selbstbauprojekten auf der Suche nach Vintage-Clipping beliebt macht. Diese Schaltung geht noch einen Schritt weiter, indem sie dem Experimentierenden die Kontrolle darüber gibt, wie diese Dioden angesteuert werden.
Das Guitar-Overdrive-Projekt
Der Originalartikel „Guitar Overdrive With Genuine 'Germanium-Sound'" erschien in der Elektor-Ausgabe März/April 2015. Den Artikel gibt es hier zu lesen.Hinweis der Redaktion: Der Artikel erschien erstmals in einer Elektor-Ausgabe von 2015. Einige der Bauteile sind möglicherweise nicht mehr erhältlich. Der Artikel ist dennoch lesenswert.



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