Im Einsatz

Auf diesem Tab sind alle zusätzlichen Funktionen
verfügbar, zum Beispiel Frequenzsweeps.
Die Bedienung des JDS6600 ist recht übersichtlich. Neben der Anzeige befinden sich vier Funktionstasten, deren aktuelle Funktion von den gewählten Einstellungen abhängt. Das Display zeigt die Einstellungen beider Kanäle an, beim oben dargestellten Signal ist auch die gewählte Signalform angegeben. Die meisten Tasten haben mehrere Funktionen, was am Anfang etwas verwirrend ist. So kann man durch einmaliges Drücken einer CH-Taste zu einem anderen Kanal wechseln und diesen damit einstellen, während ein einmaliger Druck auf die Taste eines schon gewählten Kanals dazu führt, dass dieser Kanal ausgeschaltet wird. Langes Drücken der CH2-Taste führt dazu, dass Kanal 2 auf dem Display oben (mit seiner Wellenform) angezeigt wird. Durch Drücken und Halten von CH1 erscheint Kanal 1 wieder oben auf der Anzeige. Alles klar?

Die Tasten funktionieren einigermaßen gut, aber wenn man genau schaut, merkt man, dass sich beim Druck auf eine Taste die anderen Tasten auch ein wenig bewegen. Dies hätte man mechanisch etwas besser lösen können. Zur Einstellung der Werte auf dem Display wählt man mit den beiden Cursortasten zunächst eine Ziffer aus und ändert deren Wert dann mit dem Drehknopf. Da bei der Frequenz ziemlich viele Ziffern angezeigt werden, ist der Einstellvorgang etwas mühsam. Die OK-Taste (ein seltsamer Name für diese Funktion) schaltet beide Ausgänge ein und aus. Und mit der MOD-Taste können Sie Sweeps, Bursts und Pulsweiten einstellen, aber keine Modulation. Ok, die Kritikpunkte sind alles nur Kleinigkeiten, und wenn man die Eigenarten versteht, ist es ziemlich einfach, mit dem Gerät zu arbeiten.
 
Die Programmierung einer eigenen
Wellenform ist ziemlich einfach.

Die erzeugten Signale sehen auf einem Oszilloskop-Bildschirm ganz ordentlich aus, obwohl ich aufgrund der Spezifikationen (Abtastrate 266 Msamples/s, Wellenform-Länge 2048 Punkte, Auflösung 14 Bit) noch etwas schönere Wellenformen erwartet habe. FFT-Messungen an einem Sinussignal im Audiobereich zeigten Verzerrungsreste von etwas über 1 %. Der Hersteller gibt dafür weniger als 0,8 % an. Dies wird aber von meinem Prüfling nicht erreicht. Rechtecksignale hingegen sehen ziemlich gut aus, mit ziemlich steilen Flanken und wenig Überschwingen. Der Frequenzverlauf ist ziemlich linear: Ab 30 MHz steigt die Ausgangsspannung um etwa 2 dB an und sinkt dann um etwa 1 dB bei 60 MHz. Das ist nicht schlecht!
Hier ist die Wellenform im
Speicher des Generators geladen.
 


Von der Website von JOY-iT können Sie ein zum Funktionsgenerator gehörendes Programm herunterladen, mit dem der JDS6600-Funktionsgenerator vollständig über eine USB-Verbindung vom PC aus bedient werden kann. Wie bei chinesischer Software nicht unüblich, ist das Layout nicht gerade überwältigend, aber alles funktioniert gut. Es gibt mehrere Tabs für die verschiedenen Funktionen, darunter eines, um eigene Wellenformen zu erstellen. Nachdem ich eine Weile herumprobiert hatte, hatte ich einen schönen Sinus-Burst fertig, um Lautsprecher zu testen.

Fazit

Das JOY-iT JDS6600 hat für einen Preis von weniger als 140 € viel zu bieten. Es gibt ein paar Punkte, die verbessert werden können, aber alles in allem bekommt man viel Messtechnik für wenig Geld. Das Einzige, was wirklich fehlt, ist eine Modulationsmöglichkeit, aber ansonsten finden Sie fast alle Signale, die Sie üblicherweise in einem Hobbylabor benötigen. Dafür muss man kein professionelles Gerät (in einem schöneren Gehäuse) zu einem ebenso professionellen Preis kaufen!
 
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