Reaktion auf Trump? Foxconn will in USA produzieren

23. Januar 2017, 14:50 Uhr
Fabrik im chinesischen Shenzen. Bild: Steve Jurvetson, Menlo Park, USA
Fabrik im chinesischen Shenzen. Bild: Steve Jurvetson, Menlo Park, USA
Man kann sich fragen, ob Foxconn solch einen Schritt eh schon vorgehabt hat oder ob es mehr als eine temporale Korrelation mit der isolationistischen Wirtschaftspolitik des neuen amerikanischen Präsidenten Trump gibt: Foxconn plant wohl eine OLED-Fabrik in den USA mit bis zu 50.000 Arbeitern für 7 Milliarden US-Dollar.

Man kann sich ja verwundert die Augen reiben, dass ausgerechnet der Spezialist für auch preislich optimierte Massenfertigung von Elektronik nicht im (immer noch) Billiglohnland China, sondern ausgerechnet in der relativ teuren USA fertigen lassen will. Außerdem setzt Foxconn schon in China gut 40.000 Roboter ein. Es wundert also noch weiter, dass in Zeiten der Industrie 4.0 ausgerechnet in den USA massenhaft Arbeiter eingestellt werden sollen, wo sich doch gerade bei der Panel-Fertigung mit Sicherheit durch hochgradige Automation bei hohen Löhnen gewaltige Einsparpotentiale verbergen.

Man darf also gespannt sein, ob der nach Arbeitnehmern (ca. 1 Million) zu den größten Konzern der Welt gehörende Auftragsfertiger ausgerechnet durch Fertigung in den USA die Strukturprobleme der USA lösen helfen kann und ob das „in Wirklichkeit“ sowohl prinzipiell als auch intentional wirklich machbar ist. Möglicherweise wird bei der industriellen Produktion durch den extrem hohen und steigenden Automatisierungsgrad sowieso der Anteil der Wertschöpfung durch menschliche Arbeitskraft immer geringer, weshalb der Standort bzw. ein niedriges Lohnniveau immer irrelevanter werden wird, denn die Wertschöpfung verlagert sich nicht erst seit Apple zunehmend in das Know-how statt in die konkrete Produktion. Genau dieser Effekt dürfte die von der Trump-Regierung angepeilten Ziele aber schmälern.
 
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