Noch 1 Jahr: Quoten für Elektroautos in China

18. Dezember 2017, 15:07 Uhr
DHL-Streetscooter. Bild: Superbass / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)
DHL-Streetscooter. Bild: Superbass / CC-BY-SA-4.0 (via Wikimedia Commons)
Was allgemein lange erwartet und von manchen befürchtet wurde, ist jetzt Realität: China macht (demnächst) ernst und steigt in ein Quotensystem für Elektroautos ein. Die ersten Quoten sind zwar noch moderat und treffen doch viele große Hersteller hart.

China ist schon über zwei Jahre Rekordhalter bei der Elektromobilität: Nicht nur Miriaden an Elektrorollern schwirren durch die Straßen chinesischer Städte, sondern letztes Jahr schon wurden erstaunliche 260.000 Elektroautos in China verkauft. Jetzt werden Autohersteller zu ersten Quoten gezwungen: Jeder Hersteller mit einem Absatz von mehr als 30.000 Autos in China wird verpflichtet, ab 2019 einen Anteil von 10 % rein elektrisch auszuliefern oder es setzt Strafzahlungen. Ein Jahr später soll die Quote gar schon 12 % betragen.

Dies trifft europäische Hersteller hart, denn allein VW verkauft über 4 Millionen Autos pro Jahr. Zwar hat so gut wie jeder Hersteller „irgendwas Elektrisches“ im Programm, aber ob die Auswahl groß und auch preislich interessant genug, damit sich die nötige Quote auch verkauft, daran kann man zweifeln. Ein Jahr bis zum Inkrafttreten dieser Regulierung ist keine lange Zeit. Der Hintergrund dieser Quoten liegt sicherlich in der enormen Luftverschmutzung in chinesischen Metropolen. Zwar wird der chinesische Strom vorwiegend mit Kohle produziert, doch sind Elektroautos dank Rekuperation energiesparender als welche mit Motoren auf der Basis fossiler Treibstoffe.

Ein zweiter Aspekt ist sicherlich, dass durch die forcierte Innovation versucht wird, chinesische Autos weltmarktfähig zu machen, denn nicht nur die Kunden von VW, Mercedes, Renault und BMW profitieren dann weltweit von elektrisierten Autos, sondern die Kooperationen mit chinesischen Firmen machen Autos aus chinesischer Produktion eher weltmarktfähig, da ein elektrischer Antrieb deutlich weniger anspruchsvoll ist als einer auf der Basis von viel Feinmechanik.

Originalfoto des Streetscooters
 
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