Mikrobiologischer Urin/Strom-Konverter?

16. März 2016, 16:30 Uhr
Der römische Kaiser Vespasian ist aktuell: "Pecunia non olet!"
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Ein neuer Brennstoffzellentyp ist dazu in der Lage, auf "biologischem Wege" elektrische Energie zu produzieren. Dabei ist diese Brennstoffzelle besonders klein. Britischen Forschern der University of Bath, der Queen Mary University of London und der Bristol Robotics Laboratory gelang die Entwicklung einer mikrobiologischen Brennstoffzelle, die preiswerter und mit geringerem Aufwand zu produzieren ist. Das Besondere: Sie arbeitet mit Urin als „Brennstoff“.

Mikrobiologische Brennstoffzellen nutzen natürliche Vorgänge bei Bakterien, mit organischem Material direkt elektrische Energie zu generieren. Andere natürliche Energiekonversionsverfahren wären z. B. die Fermentation oder die Gaserzeugung. Doch mikrobiologische Zellen haben hier den Vorteil, dass sie beim Raumtemperatur und normalem Luftdruck funktionieren und dabei nicht nur preiswert sind, sondern auch wenig Abfall produzieren.

Die neuartige Zelle nutzt keine teuren Kathodenmaterialien, sondern Carbon und Titandrähte. Um die biochemische Reaktion zu beschleunigen und mehr Leistung zu generieren, wird ein Katalysator aus Glukose und Ovalbumin (ein Protein) verwendet. Letzterer kann aus Abfällen bei der Lebensmittelproduktion gewonnen werden. Die Ergebnisse wurden in einem Artikel in „ScienceDirect“ beschrieben.

Zukünftig hat also nicht nur jedes Eigenheim Solarzellen auf dem Dach, sondern aus jeder Toilette und vor allem aus Tiermastbetrieben führen dicke Stromkabel, da Energie = Geld und der 2.000 Jahre alte Spruch „...non olet“ erhält wohl eine neue Bedeutung.
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