Microsoft: Künstliche Intelligenz demokratisieren

24. Januar 2018, 12:30 Uhr
Brad Smith und Harry Shum von Microsoft haben das Vorwort von „The Future Computed“ geschrieben. Bild: Microsoft
Brad Smith und Harry Shum von Microsoft haben das Vorwort von „The Future Computed“ geschrieben. Bild: Microsoft
„Frag nicht, was Computer tun können, sondern was sie tun sollen“, meint Microsofts Geschäftsführer Brad Smith. In einem neuen Buch beschäftigt sich Microsoft mit der ethischen Seite der Künstlichen Intelligenz (KI). Damit will das Unternehmen eine weltweite Diskussion über die Entwicklung von KI in Gang setzen. Denn die Rolle, die KI in der Gesellschaft spielen wird, darf laut Smith nicht von einigen wenigen Firmen und Experten bestimmt werden. Jeder muss darüber entscheiden.

Smith sprach bei der Veröffentlichung des Buches „The Future Computed: Artificial Intelligence And Its Role In Society“ am 22. Januar auf dem Microsoft-Campus in Berlin. „Künstliche Intelligenz bietet enorme Möglichkeiten, die Welt zu verbessern.“ Smith nannte als Beispiel der Präzisionslandwirtschaft (Precision Farming), bei der Pflanzen mit Hilfe von Sensoren, Informations- und Kommunikationstechnik und Robotern genau das bekommen, was sie brauchen. Dies führt zu höheren Erträgen bei geringeren CO2-Emissionen. „Obwohl wir die großen Vorteile, die KI bietet, begrüßen, müssen wir diese Technologie auch kritisch betrachten. Wir müssen die vor uns liegenden fundamentalen Fragen beantworten, bevor die Technologie vollendete Tatsachen geschaffen hat.“

Gemeinsam die Zukunft bestimmen

Diese grundlegenden Fragen müssen demokratisch entschieden werden, sagt Smith. „Als globale Gesellschaft müssen wir entscheiden, was Computer tun sollen. Die Menschheit muss gemeinsam den Weg und die Zukunft der künstlichen Intelligenz konzipieren.“
Es ist unmöglich, alle Probleme und Gefahren vorherzusehen, die KI verursachen kann, sagt Smith. Deshalb ist es wichtig, ethische Prinzipien zu postulieren, an denen sich die Entwicklung von KI orientieren muss. In „The Future Computed“ werden sechs Prinzipien genannt: Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit (safe), Privatsphäre und Datenschutz (secure), Inklusivität, Transparenz und Verantwortlichkeit (accountability).

Transparenz und Verantwortlichkeit

KI muss ehrlich sein, sagte Smith. „Wenn wir anfangen, Computer zu bauen, die Menschen Entscheidungen abnehmen, müssen wir garantieren, dass diese Entscheidungen fair sind." Natürlich muss die Sicherheit des Anwenders gewährleistet und das Gerät zuverlässig sein. Wie in der aktuellen Informationstechnologie spielt der Datenschutz und die Cybersicherheit eine wichtige Rolle. Mit Inklusivität ist gemeint, dass KI für jeden zugänglich sein muss. Transparenz ist notwendig, damit jeder überprüfen kann, ob sich künstliche Intelligenz auch wirklich richtig verhält. Die Verantwortung schließlich betrifft die Menschen, die KI entwerfen. Sie müssen immer für die Produkte, die sie auf den Markt bringen, haftbar gemacht werden können.

Verantwortliche KI in der Praxis

Die Firma Microsoft, die sich intensiv mit der Entwicklung von KI beschäftigt, möchte auch praktisch zur Demokratisierung der künstlichen Intelligenz beitragen. „Wir bauen keine Blackboxes, die jeder benutzen muss“, sagte Smith. „Wir erstellen KI-Bausteine, die für jeden verfügbar sind, zum Beispiel ein Modul zur Bilderkennung. Dieser Baustein kann von Automobilherstellern verwendet werden, aber nicht nur Unternehmen, sondern auch Universitäten, Behörden und gemeinnützige Organisationen können mit dem Baukastensystem arbeiten. In Zukunft kann jeder sein eigenes KI-System aufbauen.“

Das von Microsoft veröffentlichte Buch „The Future Computed“ kann kostenlos heruntergeladen werden. Smith schrieb das Vorwort zusammen mit Harry Shum, dem Vizepräsidenten der KI-Forschungsgruppe von Microsoft. Die Vorstellung des Buches kann über Skype angesehen werden.

Bild: Der Geschäftsführer Brad Smith und Harry Shum, der Vizepräsident der KI-Forschungsgruppe von Microsoft. (Bild zur Verfügung gestellt von Microsoft)
 
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