Messung der Rollstuhlleistung mit Sensoren

10. Juli 2018, 11:46 Uhr
Links: Bo Kramer, Rollstuhlbasketballspieler vom TeamNL (Fotos: marchollander.nl)
Links: Bo Kramer, Rollstuhlbasketballspieler vom TeamNL (Fotos: marchollander.nl)
„Individualisierung ist im Rollstuhlsport noch wichtiger als im regulären Sport“, sagt Forscher Rienk van der Slikke. Die Interaktion zwischen Sportler, Rollstuhl und Sportart ist entscheidend für die Leistung im Rollstuhlsport. Der Rollstuhl ist sozusagen eine Verlängerung des Sportlers und muss in die Leistungsmessung einbezogen werden. Er hat aber auch eigene Eigenschaften und Effekte auf die Leistung. Die Entflechtung dieser Interaktionen von Rollstuhl, Sportler und Sport ist für den Rollstuhlsport ganz allgemein von Wert, hilft aber auch dem einzelnen Sportler, seine Leistung zu verbessern und Überlastungsschäden zu vermeiden.

Sensoren

Van der Slikke hat deshalb eine Technik entwickelt, um die individuelle Rollstuhlleistung mit kleinen Sensoren zu messen. Der Wheelchair Mobility Performance Monitor wurde entwickelt, um Rollstuhlaktivitäten auf einfache Weise objektiv zu messen. Die Methode wurde dann auf verschiedene Rollstuhlsportler unterschiedlicher Leistungsklassen, unter verschiedenen Bedingungen und in drei verschiedenen Rollstuhlsportarten (Tennis, Rugby und Basketball) angewendet. Van der Slikke hat unter anderem die besten Teams im Rollstuhlbasketball und internationale Topspieler beim ABNAMRO-Tennisturnier im Jahr 2017 vermessen.

Einblicke

Die Messungen liefern Einblicke in die Beziehung zwischen der körperlichen Einschränkung des Sportlers und seiner Leistung, in das Verhältnis zwischen Training und Wettkampf, in der Beziehung zwischen Rollstuhl-Einstellung und Leistung und in den Leistungsunterschieden zwischen den Rollstuhlsportarten. Die Informationen helfen, den Rollstuhlsport zu professionalisieren, da er eine Grundlage für die Präzisierung der Regeln liefert, um den Sport so fair wie möglich zu gestalten. Darüber hinaus können die Ergebnisse auch auf Trainer und einzelne Athleten übertragen werden, um durch neue Trainingsabläufe oder bessere Rollstuhleinstellungen die eigene Leistung besser darzustellen und optimieren zu können.

Täglicher Nutzen

Das erworbene Wissen ist auch im täglichen Leben für Rollstuhlfahrer nützlich. Erkenntnisse über die körperliche Belastung und Belastbarkeit während des Rollstuhlfahrens können bei der Rehabilitation helfen. Und letztendlich sollte mit dem System jeder Rollstuhlfahrer in der Lage sein, seine eigene Leistung zu messen.

Rienk van der Slikke hat am 25. Mai 2018 zu diesem Thema promoviert.
 
Quelle: TU Delft
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