Lyrebird: Technik zum Kopieren von Stimmen

1. Mai 2017, 13:39 Uhr
Obama und Trump diskutieren über Lyrebird. Bild: Lyrebird
Obama und Trump diskutieren über Lyrebird. Bild: Lyrebird
Sie haben bestimmt schon einmal davon gehört, dass Schauspieler mit modernster Software gescannt und die extrahierten Daten dazu benutzt werden, ihre Bewegung und Mimik täuschend echt artifiziell rekonstruieren und so selbst tote Schauspieler in neuen Hollywood-Filmen mitspielen zu lassen. Das geht jetzt wohl auch mit der menschlichen Stimme. Schöne neue Welt!

Es ist schon verblüffend, wenn man sich das Beispiel anhört, in dem sich scheinbar Trump und Obama über eine Software unterhalten, die ihre Stimme kopiert hat. Dieser Stimmenklau ist jetzt mit einer neuen Software von Lyrebird tatsächlich praktisch möglich. Man kann sich nach Bildern und Videos nun auch nicht mehr wirklich auf Gehörtes verlassen, und die neue Regel lautet wohl: „Trau keiner Stimme, die Du nicht selbst gefälscht hast.“

Mit Lyrebird kann man durch Analyse von ausreichend vielen Stimmproben und auch Computer mit einer synthetischen Stimme sprechen lassen, die dem Original täuschend ähnelt. Obwohl: Man hört schon noch, dass da etwas nicht stimmt, denn perfekt ist die Software nicht wirklich. Es ist also noch einige Entwicklungsarbeit nötig, aber dann fällt wohl auch noch die letzte Bastion von gerichtsfester Authentizität. In Zukunft könnten also Sprachaufzeichnungen einfach nur gut gefälscht sein. Technischer Fortschritt hat also wieder einmal nicht nur Sonnenseiten. Die Entwickler weisen sogar selbst auch die Gefahr hin, dass in Zukunft Audioaufnahmen keinerlei Beweiswert mehr haben werden.

Auf der Website von Lyrebird kann man sich sogar als Betatester registrieren lassen.
 
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