Langsamster Linux-Rechner der Welt

10. Dezember 2013, 14:36 Uhr
Langsamster Linux-Rechner der Welt
Langsamster Linux-Rechner der Welt

Der aus Russland stammende und in Kalifornien lebende Tüftler Dmitry Grinberg hat den nach eigenen Angaben weltweit langsamsten Linux-Rechner erschaffen. Das System verwendet nur wenige, sehr einfache Bauelemente (Foto: D. Grinberg). Die eingesetzte Distribution, Ubuntu, bootet von einer SD-Karte mit der Kapazität von einem Gigabyte und benötigt hierfür vier Stunden.

Zum Einsatz kommt ein 8-bit-Microcontroller des Typs ATmega1284p, der mit 24 Megahertz taktet und einen Speicher von 128 KB besitzt. Linux stellt natürlich gewisse Anforderungen, um überhaupt laufen zu können. Darunter fallen eine 32-bit-Prozessorarchitektur sowie ein Arbeitsspeicherminimum. Letzteres erfüllte Grinberg mit einem 16-MB-Speicherriegel. Um die vorgesehene CPU einsetzen zu können, musste er einen Emulator schreiben. Die Emulation eines 32-bit-Prozessors ist für einen 8-bit-Chip jedoch sehr aufwendig. Das Unterfangen, einen ARMv5TE-Prozessor zu emulieren, ist dem Computertechniker zwar geglückt. Die resultierende Taktfrequenz seines "ARM" liegt aber bei nur noch 6,5 Kilohertz. Die Verbindung zum SD-Kartenleser erreicht eine Transferrate von rund 200 KB pro Sekunde.

 

Das grafische Interface ist auf ein Minimum reduziert, nach der mehrstündigen Hochfahrprozedur ist das Ergebnis laut Grinberg dennoch besser als erwartet. "Faszinierenderweise ist das System sogar einigermaßen benutzbar, sobald es einmal gebootet hat. Ich habe es sogar schon verwendet, um eine SD-Karte zu formatieren", schreibt er auf seiner Website, die mittlerweile unter der Last vieler interessierter Besucher zusammenzubrechen scheint.

 

Wie ein Demonstrationsvideo zeigt, erfolgt die Bedienung des ultralangsamen Computers über die Kommandozeile. "Es ist nicht das schnellste Gerät, aber ich denke, es könnte der billigste, langsamste, am einfachsten zu bauende Low-End-Linux-PC mit den wenigsten Bauteilen sein. Alles ist per Hand auf das Board gelötet, nicht einmal ein Schaltplan wird benötigt", so der Tüftler abschließend.

 

Quelle: pressetext.de

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