Krieg der Sterne erreicht die Erde

20. März 2017, 12:08 Uhr
Rendering einer auf ein militärisches Gefährt montierten 60-kW-Laserwaffe für die US-Streitkräfte. Bild: Lockheed Martin
Rendering einer auf ein militärisches Gefährt montierten 60-kW-Laserwaffe für die US-Streitkräfte. Bild: Lockheed Martin
Anfang des Monats hat der Rüstungskonzern Lockheed Martin eine Laserwaffe vorgestellt, die dazu in der Lage ist, einen einzelnen Strahl mit einer Leistung von 58 kW zu produzieren, was einen neuen Weltrekord für diese Art von Lasern darstellt. Lockheed Martin bereitet aktuell gerade die Lieferung des Lasersystems an das US Army Space and Missile Defense Command vor, wo es weiter getestet wird.

Das Lasersystem von Lockheed Martin gehört zur Klasse der kombinierten Faserlaser, die einen Laserstrahl demnach aus mehreren individuellen Laserquellen aufbauen, deren Licht über Glasfasern zusammengeführt und zu einem leistungsfähigen Strahl vereinigt wird. Diese Technik ist prinzipiell skalierbar und erlaubt über die Addition zusätzlicher Laser-Teilsysteme die Steigerung der Gesamtleistung. Die Entwicklung wurde durch das Robust Electric Laser Initiative Program des US-Verteidigungsministeriums gefördert.

Der für den realen taktischen Einsatz relevante Aspekt von Lasersystemen ist vor allem seine Kompaktheit, sodass so ein System zuverlässig auf militärischen Fahrzeugen transportiert und genutzt werden kann. Lockheed Martin gelang damit die Konstruktion einer Lasereinheit, die nahe an der Beugungsgrenze liegt. Dies bedeutet, dass der Laser nahe an der physikalisch möglichen Grenze der Konzentration der Energie auf einem Punkt liegt. Die Effizienz der Umwandlung von elektrischer in Laserenergie erreichte den hohen Wert von 43 %. Laserwaffen ergänzen zukünftig kinetische Distanzwaffen bei der Aufgabe, etwa Drohnen-Schwärme oder größere Anzahlen an anfliegenden Raketen oder Mörsergeschossen zu eliminieren. Sie eignen sich also auch besonders zum Schutz von empfindlichen zivilen Einrichtungen wie etwa Atomkraftwerken oder anderer Infrastruktur.
 
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