Elektromagnetische Felder schlecht für das Gedächtnis?

1. August 2018, 16:52 Uhr
Foto: Swiss TPH
Foto: Swiss TPH
HF-Strahlung kann sich negativ auf die Gedächtnisentwicklung junger Menschen auswirken, so eine Studie von Mitarbeitern des Schweizerischen "Swiss Tropical and Public Health Institute" (Swiss TPH). Die Studie wurde mit rund 700 Jugendlichen in der Schweiz durchgeführt und in der Zeitschrift Environmental Health Perspectives veröffentlicht.

Handys
Die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien geht einher mit einer zunehmenden Exposition gegenüber hochfrequenten elektromagnetischen Feldern im täglichen Leben. Die Hauptquelle dieser Strahlung ist das Mobiltelefon, wenn es nahe am oder gegen den Kopf gehalten wird. Zu diesem Thema wurden bereits mehrere Studien durchgeführt, die Ergebnisse waren aber nicht wirklich eindeutig.

Bildgedächtnis
Die jüngsten Forschungen der Schweizer haben nun gezeigt, dass die kumulative Exposition des Gehirns gegenüber elektromagnetischer Strahlung von Mobiltelefonen über ein Jahr einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des visuellen Gedächtnisses junger Menschen haben kann; dies bestätigt die Ergebnisse einer Studie aus dem Jahr 2015.
Das Gedächtnis für Bilder befindet sich hauptsächlich in der rechten Hemisphäre; bei Jugendlichen, die ihr Handy gegen das rechte Ohr gehalten haben, war die Wirkung stärker ausgeprägt. Dies könnte darauf hinweisen, dass die vom Gehirn absorbierte HF-Strahlung tatsächlich für den beobachteten Effekt verantwortlich ist.
Andere Aspekte der drahtlosen Kommunikation, wie das Senden von Textnachrichten oder das Spielen von Spielen, verursachen nur eine geringe Belastung des Gehirns durch HF-Strahlung und können nicht mit der Entwicklung des Gedächtnisses in Verbindung gebracht werden.

Andere Faktoren
Die Forscher weisen darauf hin, dass weitere Forschung notwendig ist, um den Einfluss anderer Faktoren auszuschließen. Beispielsweise können die Forschungsergebnisse durch die Pubertät beeinflusst worden sein - was sich sowohl auf die Nutzung von Mobiltelefonen als auch auf den kognitiven Zustand und das Verhalten der Forschungsteilnehmer auswirken kann.

Eine Empfehlung der Forscher ist in jedem Fall die Verwendung von Kopfhörern (oder das Einschalten des Lautsprechers) beim Telefonieren.
 
Quelle: Swiss TPH
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