Guck mal, wer da klickt...

10. Dezember 2013, 14:36 Uhr
Guck mal, wer da klickt...
Guck mal, wer da klickt...

Erhalten Sie Newsletter von Firmen, für deren Produkte Sie sich interessieren? Ein Elektor-Kollege jedenfalls eine ganze Menge - hauptsächlich von Firmen, die irgendwie mit Elektronik zu tun haben. Schließlich will der Kollege am Puls der Zeit und immer bestens informiert sein. Im Prinzip ist das auch eine prima Sache, da man immer dann informiert wird, wenn es etwas Neues gibt. Zumindest bei seriösen Firmen (wie Elektor) kann man sich auch darauf verlassen, dass die zur Anmeldung verwendete E-Mail-Adresse nicht gleich bei einer Nigeria-Connection landet und Spam produziert.

 

Auf der anderen Seite ist dem aufmerksamen Zeitgenossen sicherlich klar, dass sich der Anbieter über die Links in einem Newsletter darüber informieren kann, welche weiterführenden Informationen von den Lesern wie häufig abgerufen werden. Auch dagegen ist eigentlich nichts zu sagen, denn es ist ja auch im Sinne des Lesers, dass er interessante Themen präsentiert bekommt, und das geht nur darüber, dass der Anbieter messen kann, welche News wie oft gelesen werden.

Problematisch wird es allerdings, wenn solche Informationen personalisiert werden und eine Art „persönliches Surfprofil“ erstellt wird. Technisch ist es ja in vielen Fällen möglich, auf Grund des verwendeten Browsers, Rechnertyps, Speicher, Schriften etc. einen User zu identifizieren und so zu schauen, was dieser User wann geklickt hat. In solchen Fällen, die man durchaus nicht so einfach mitbekommt, kann einem schon leicht unwohl werden und wie weit dies datenschutzrechtlich gedeckt ist, ist die Frage.

 

Dem Kollegen jedenfalls ist etwas ganz Besonderes passiert. In dieser Woche erhielt er einen Newsletter des namhaften Messgeräteherstellers Tektronix. Ein aktuelles Thema waren gebrauchte professionelle Messgeräte. „Ach, interessant!“ dachte sich der Kollege, klickte auf den Link, las die weiterführenden Informationen und schrieb einen kleinen Text über dieses Thema.
Fünf Minuten später klingelte das Telefon. Am Display konnte er sehen, dass er per Direktdurchwahl aus England und nicht vermittelt über die Elektor-Telefonzentrale angerufen wurde. Als er den Hörer abhob, wollte ihm jemand von Tektronix, der sein Interesse qua personalisierter Klickverfolgung mitbekommen hatte und über genug Kontaktdaten durch die frühere Newsletteranmeldung verfügte, gebrauchte Tektronix-Instrumente verkaufen...
Das ging dem Kollegen nun doch ein Stück zu weit und Sekunden später war dieser Newsletter abgemeldet.

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